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Bistum Speyer legt Sparpaket vor: Haushalt 2011 muss um elf Millionen Euro gekürzt werden - Personalabbau - Jugendhäuser werden aufgegeben
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GESELLSCHAFT UND KIRCHE | AUS DEN KIRCHEN
Mittwoch, den 25. August 2010 um 08:00 Uhr
Mit einem Einsparvolumen von elf Millionen Euro im Jahr 2011 will das Bistum Speyer  auf den drastischen Rückgang der Kirchensteuereinnahmen reagieren. Generalvikar Dr. Franz Jung kündigte am Dienstag in Speyer ein Maßnahmenpaket an, zu dem ein Personalabbau und die Aufgabe von Immobilien ebenso gehören wie die Kürzung von Zuschüssen an Träger kirchlicher Einrichtungen.

Nach Prognose des Bistums geht das Kirchensteuereinkommen schon in diesem Jahr gegenüber 2009 um zehn Millionen Euro (fast neun Prozent) zurück und liegt dann bei 107 Millionen Euro. Bis 2013 wird ein Rückgang um weitere zehn Prozent erwartet.
Um 1,8 Millionen Euro wird im Jahr 2011 der Bauhaushalt gekürzt, was eine Zurückstellung von Instandsetzungsmaßnahmen an Kirchen, Pfarrhäusern und Pfarrheimen zur Folge haben wird. Die Pfarreien erhalten auch eine Million Euro weniger an Schlüsselzuweisungen, die zur Bestreitung der gebäudebezogenen Betriebskosten dienen. Ganz gestrichen werden die pfarrlichen Sonderzuschüsse für Orgeln, Konzerte und Kunstgegenstände in Höhe von 200 000 Euro. Die Pfarreien und der Caritasverband der Diözese müssen 2011 darüber hinaus auf die zwei Millionen Euro Sonderzuweisungen verzichten, die sie in den vergangenen zwei Jahren aufgrund der höheren Kirchensteuereinnahmen erhielten. Die Neustrukturierung der Kirchenzeitung, die 2009 erfolgte, schlägt im nächsten Haushalt mit einer Ersparnis von 1,6 Millionen Euro zu Buche.
Durch den Verzicht auf Wiederbesetzung frei werdender Stellen im pastoralen Bereich und in der Verwaltung sollen 800 000 Euro eingespart werden. Die Sachkosten in der Verwaltung, so die Vorgabe, müssen im kommenden Jahr um 900 000 Euro gesenkt werden. Der Zuschuss für das Bildungszentrum Heinrich Pesch Haus in Ludwigshafen wird gegenüber 2009 um 600 000 Euro gekürzt, er beträgt dann noch 1,2 Millionen Euro.
Auch durch die Schließung des Bistumshauses St. Ludwig in Speyer zum Jahresende, das nach dem Umbau künftig das Priesterseminar aufnehmen soll, werden im kommenden Haushaltsjahr 400 000 Euro eingespart. Der Zuschuss für das Domkapitel, das für den Dom mit der Liturgie und den kulturellen Veranstaltungen Sorge zu tragen hat, sinkt aufgrund des Kirchensteuerrückgangs um 360 000 Euro.
Bei den muttersprachlichen Gemeinden und in der Jugendseelsorge werden die Personalkosten durch den Wegfall von Stellen um insgesamt 165 000 Euro reduziert, die Zuschüsse für die weltkirchlichen Aufgaben sinken um 60 000 Euro auf 300 000 Euro.
Im Immobilienbereich erbringt die bereits beschlossene Aufgabe des Gebäudes der Katholischen Hochschulgemeinde in Kaiserslautern 2011 eine Einsparung von 100 000 Euro, und auch durch die Rückverlegung externer Dienstellen ins Bischöfliche Ordinariat werden Mietkosten in Höhe von 35.000 Euro gespart. Darüber hinaus bereits beschlossen ist, bis 2013 eines der beiden Jugendhäuser des Bistums, das Kardinal-Wendel-Haus in Homburg, sowie das Mehrgenerationenhaus in Ramstein aufzugeben. Bei beiden Häusern besteht aufgrund der Bausubstanz dauerhaft hoher Investitionsbedarf. Die Übergabe des Friedrich-Spee-Hauses in Speyer an die Dompfarrei, die das Gebäude künftig als Pfarrheim nutzen wird, bringt eine weitere Entlastung für den Bistumshaushalt.
Mit dem vorgelegten Paket, so Generalvikar Jung, werde die angezielte Sparsumme von elf Millionen Euro noch nicht ganz erreicht. Für den detaillierten Haushaltsplan 2011, der am Jahresanfang vorgestellt wird, müssten deshalb noch zusätzliche Einsparmöglichkeiten sondiert werden.
Jung betonte, darüber hinaus seien in den Folgejahren weitere Einschnitte unumgänglich, um die zu erwartenden Einnahmeausfälle aufzufangen. Dabei könne kein Aufgabenbereich ausgeklammert werden. (is)