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Speiseeisherstellung im Eiscafe De Vico - Wo sich Hitze und Kälte ein Stelldichein geben
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Hotellerie und Gastronomie | BISTROS UND CAFES
Mittwoch, den 18. Mai 2011 um 11:13 Uhr

Das Herstellen von Speiseeis schaut so einfach aus. Man nehme Milch, Zucker, Bindemittel, unter Umständen Früchte, rühre dies alles schnell in einer gekühlten Metallschüssel bei Minusgraden an und lasse es gefrieren. Dass dem nicht so ist, beweist ein Besuch in den Katakomben des Eiscafes De Vico, in der Maximilianstraße 52. Dort ist das Reich von Guiseppe de Vico, der mit Frau und Söhnen im Familienbetrieb beim Altpörtel seit nunmehr 21 Jahren seine "Gelateria" mit Erfolg betreibt. Aus den Feinheiten seiner Rezeptur für die 40 Sorten Eiscreme, die er den großen und kleinen Leckermäulern in wechselnden Rhythmen in seiner Vitrine im wahrsten Sinne schmackhaft macht, zelebriert er ein kleines Geheimnis. Nicht jedoch aus den Garanten zum Erfolg.
Sie heißen: Zubereitung frei von Zusätzen und Konservierungsstoffe der Nahrungsmittelindustrie, Frische, genaues Arbeiten und unbedingtes Einhalten der Hygienemaßstäbe. Der Süditaliener aus Kalabrien, der im Alter von 17 Jahren von Freunden zum Arbeiten in die Bundesrepublik nach Gelsenkirchen-Buer gelockt und überredet wurde, hat sein Handwerk von der Pike auf gelernt. Seinen bisherigen Lebensweg hat der sympathische Familienvater zweier fußballbegeisterter Söhne in einem Buch veröffentlicht, das mittlerweile vergriffen ist. Gegenwärtig findet der rührige Cafe-Besitzer sowieso keine Zeit, sein Vorhaben umzusetzen und das Büchlein fortzusetzen. Seine Ehefrau und die Fußballleidenschaft, die ihn zu den Spielen der Söhne beim FC 09 Speyer (Domenico) sowie neuerdings beim TuS Mechtersheim (Maurizio) lockt, halten ihn immer wieder von Papier und Bildschirm ab. Nicht jedoch von seinem Betrieb, dem Standbein der de Vicos. Schon beim Hinabsteigen in das umgebaute Kellerverlies, gewinnt der Besucher einen unmittelbaren Eindruck, dass ihn dort unten etwas Besonderes erwartet. Die vom Eis-Meister bereits vorbereitete Grundmasse für Sahne-Joghurt-Kirscheis sieht schon sehr appetitlich aus und weckt beim Betrachter die Lust auf mehr. Wie bereits beschrieben besteht sie aus den oben genannten Zutaten, die jedoch zuerst einem Prozess des Homogenisierens und Pasteurisierens in einem speziellen Gerät unterworfen wird. Dieser Pasteurisierer erhitzt die Masse auf 85 Grad Celsius und kühlt sie danach auf eine kontinuierliche Temperatur von 4 Grad Celsius ab. Dies sei schon etwas anderes als früher, sagte de Vico lächelnd, damals musste die Milch noch regelrecht aufgekocht und ständig beobachtet werden. Dass diese Zeiten längst der Vergangenheit angehören, beweist auch die metallisch glänzende Eismaschine gleich nebenan. Sie wartet schon auf das Einfüllen der Grundmasse und hat ein Fassungsvermögen von maximal neun Litern. Damit könne man zwei Eisbehälter füllen, erklärt de Vico und demonstriert, wie es weitergeht, Die Eismaschine, deren Geräusch unüberhörbar, aber durchaus erträglich ist, schafft es mühelos, das Eis binnen zehn Minuten fertigzustellen. Jetzt muss Eishersteller de Vico in die vorgekühlten Metallbehälter noch frisches Obst der Saison wie Kiwi, Erdbeer, Ananas oder Fruchtmasse - hier Sauerkirsche- (übrigens nicht zu verwechseln mit Marmelade) in mehreren Schichten mittels seines Spezialspatels dazugeben, bevor das so vorbereitete Speiseeis in den Gefrierschrank wandert, wo es bei einer Temperatur von minus 10 bis minus 15 Grad zur Vorratshaltung bereitsteht und darauf wartet, in eine der 32 Vitrinen zum Verkauf bereitgestellt zu werden. "Die Kundschaft  erwartet ein gut gekühltes, leckeres Eis, das wohlportioniert über die Theke gereicht wird. Auch hierzu bedarf es gewisser Regeln, damit die Köstlichkeit nicht zu weich oder hart gerät. Je nach Außentemperatur ist eine "Betriebstemperatur von minus 15 oder minus 19 Grad erforderlich", erläutert de Vico seinen Besuchern und weist darauf hin, dass sein Eis im Kühlfach mehrere Wochen haltbar sei. Dieser Fall trete jedoch bei den Gelüsten der Speyerer und Touristenscharen auf die die kalte Gaumenfreude nie ein. "Ich variiere ständig nach Früchteangebot, sagt de Vico, der nochmal betont, dass seine Vitrine stets vollständig bestückt sei. Zum Schokoeis, Malaga , Stracchiatella kämen noch Kakaopulver, Mascarpone oder Rosinen hinzu. Einzig bei der bei Kindern beliebten Sorte "Engelblau" sei ein Farbstoff vonnöten, den man aber nicht schmecke. De Vico, dessen Söhne noch nicht vollständig mit den Geheimnissen der Eisproduktion vertraut sind, wird nach eigener Aussage wohl noch eine ganze Weil im Geschäft stehen. Er freue sich schon, auf die CD von speyer-aktuell. Damit könne er seinem Vater, der in Italien eine Weinwirtschaft betreibt, beweisen, dass auch in Deutschland richtig gutes Eis hergestellt und von den Leuten hoch geschätzt werde. (da)