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Ursprünglich und bodenständig - das ist die Fasnacht in der Siedlung. Am Wochenende feierten die "Vereinsmeier" in der Mehrzweckhalle der Siedlungsschule mit ihren Gästen ausgelassen die fünfte Jahreszeit. Von Beginn an war die Stimmung in der Halle bestens, vor allem, als nach der traditionellen musikalischen Eröffnung durch den Fanfarenzug Rot-Weiß Speyer mit "Multitalent" Eckhard Krieg an der Spitze Sitzungspräsidentin Anke Pätzel mit ihrem Siebenerrat in den Saal einzog und bereits mit ihren ersten Worten die Besucher, darunter Bürgermeisterin Monika Kabs und der SPD-Fraktionsvorsitzende Dr. Markus Wintterle, sozusagen im Sack hatte.
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Die Sitzung stand unter dem Motto "In de Schul lernt ma schlaue Sache - bei de Vereinsmeier lernt mer s`lache", und so war Anke Pätzel an diesem Abend so etwas wie die Oberlehrerin, die mit einem Stock für "Zucht und Ordnung" sorgte: "ich grüße alle, ob blede oder gscheide Leid", so Pätzel stellte klar, "ich genier mich net, den Stock zu benutze". Eigentlich hätte es da schon die von ihr zuvor eingeführte vierte Stufe einer Rakete die da lautete "Klopaus" gezündet werden können. Auch Alleinunterhalter Dieter Gaschott, der Hausmusiker der Vereinsmeier, hatte sich eine Rakete verdient, denn mit seinen Stimmungsrunden heizte er den Saal so richtig an.
"Vereinsmeierle" Aaron Mohr, ein Nachuchstalent in der Bütt, liebte es als Rapper nicht nur bei der Kleidung XXL: "Sei muss auch Brotworscht, Schnitzel, Frikadell - alles XXL", reimte er und erhielt dafür nicht nur tosenden Applaus sondern auch die "Klopaus"-Rakete.
Die bekam auch "Rampensau" Klaus Ofer, der mit seinen gesungenen Fasnachtsklassikern wie "heut ist so ein schöner Tag" für weitere hohe Stimmungswoogen sorgte.
Die achtjährige Vivien Agel bezauberte durch ihren perfekten Vortrag als CCS-Tanzmariechen Jung und Alt.
Der inzwischen eingetroffene CDU-Stadtratsfraktionsvorsitzende Dr. Gottfried Jung wurde für sein Zuspätkommen von Lehrerin Anke kräftig zur Brust genommen. Das kostete nicht nur drei Flaschen Sekt sondern Gottfried musste den ganzen Abend über eine "Lauskapp" tragen, denn die Chefin hatte kleine Krabbeltiere auf seinem Kopf ausgemacht: "Pfui deifel Gottfried, du hoscht Läus". Dass sich das Publikum vor Lachen ausschüttete braucht nicht extra erwähnt zu werden.
Zum Mitsingen und Mitschunkeln animierten die "Domstadtbrüder" Peter Kaiser und Frank Seidel mit ihren Gesangsbeiträgen.
Die CCS-Barden waren so etwas wie die Vorhut für Lady Karneval Vanessa I. und ihr närrisches Gefolge mit Präsident Hartmut Oppinger an der Spitze. Auch die Kollegen von den Rheinfunken machten den Vereinsmeiern ihre Aufwartung mit Präsident Günter Höwel sowie dem Prinzenpaar Sabrina I. und Marc I. CVR-Sitzungspräsident Helmut Kauf hatte den Orden der Siedler entworfen. Auch eine Abordnung der Kaiserfunken war gekommen.
"So isch se halt, ma wäs nie, was se uff de Bühn sacht", kommentierte Anke Pätzel den Vortrag von Heidi Mehlhorn über ihre Erlebnisse als Gewinnerin eines Aufenthalts auf einer Schönheitsfarm, wo sie zur Begrüßung von einem von "Licht durchleuchteten Knochengestell" empfangen wurde, die ihr Komplimente wie "ich det aussehen wie e Weidevieh" an den Kopf warf und mit einen Cocktail aus Knoblauch in Rizinusöl verwöhnte. Was ganz humorvoll begann, gleitete zunehmend ins Zotige ab, denn Heidi Mehlhorn suchte ihre Lacher nur noch unter der Gürtellinie, scheute auch nicht vor zumindest zweifelhaften religiösen Anspielungen zurück.
Ein alljährlicher Höhepunkt ist das Männerballett der Chorgemeinschaft, diesmal allerdings personell durch Krankheit geschwächt. Auch diesmal kamen sie mit ihrem Tanz als Fesche Mädels nicht um eine Zugabe herum.
Mit den "schänschte Mädle vunn de Siedlung", wie Eckhard Krieg sie ankündigte, ging es nach der Pause weiter. Gemeint war die als Schulmädels verkleidete "Ranzengarde" unter Leitung von Anke Pätzel.
Es war zwar eine Aneinanderreihung von Kalauern, was sich Steffi und Hartmut Oppinger als altes Ehepaar so an den Kopf warf, aber es war gut gemacht und vorgetragen, so dass die Besucher sich den Bauch vor Lachen hielten.
Auch als Tänzer und Tanztrainer überzeugte Multitalent Krieg, der auch für die Technik zuständig war. Er hatte den Strumpfhosentanz des Fanfarenzuges nicht nur einstudiert sondern tanzte auch mit.
Eine Nummer für sich waren auch Doris Verveur und Ankke Pätzel, die als tanzende Kessler Zwillinge kaum von den Originalen zu unterscheiden waren.
Mit einem tänzerischen "Pfälzer Feuerwerk" überzeugte auch Irma Eisensteck.
Am Freitag nicht im Programm war Kättsche Feierdag, denn Jutta Hinderberger war wegen der Fernsehaufzeichnung der großen Frankfurter Prunksitzung verhindert.
Mit einem weiteren Vortrag von Eckhard Krieg gemeinsam mit Jürgen Geschwill sowie dem Vereinsmeierchor steuerte die Sitzung auf das große Finale zu. (ks/Fotos: olk)
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