Das wünscht sich mancher Fernsehsender: Eine Einschaltquote von 100 Prozent hatte der Carneval Club Speyer (CCS) 2000 bei seiner Fasnachtsssitzung in der örtlichen Stadthalle am 4. Februar. Maskierte und unmaskierte, große und kleine Zuschauer waren sich nach Mitternacht einig mit dem Moderatoren-Team Präsident Hartmut Oppinger und Ex-Lady Carneval Marion Vollmer: „Ihr wart der Meinung, das war – spitze.“ Mit einem Großaufgebot an Aktiven, in erster Linie im Jugendbereich, konnte der CCS aufwarten – ein Markenzeichen des Vereins, der sich im Jubiläumsjahr der Stadt Speyer gegründet hat und im vergangenen Jahr sein 22-jähriges Bestehen feierte. Gleich drei Uraufführungen ergänzten das flotte, kurzweilige Programm, das vom „Mann mit den flinken Fingern“, Dieter Gaschott, mit entsprechenden Fasnachtsrhythmen unterlegt wurde.
Seit zwei Jahrzehnten bereits kündigt der Fanfarenzug Rot-Weiß Speyer unter der Stabsführung von Eckhard Krieg den Beginn der Sitzung in der Stadthalle an – Fanfaren und Trommelwirbel erklangen auch in dieser Saison zum Aufmarsch der Lady Carneval Vanessa I. von den tanzenden Finanzen, der Aktiven und des Elferrats.
„Wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät“: die Erkennungsmelodie der Verfilmung des rosaroten Panthers war Grundlage der ersten Premiere des Abends. Die achtjährige Vivien Agel stand nicht nur zum ersten Mal als Solo-Tanzmariechen vor dem Publikum, sondern war gleichzeitig Eisbrecherin des bunten Bühnenspektakels.
Die jüngsten Tänzer(innen) – passend zur Fasnacht „Konfettis“ genannt – unterhielten schon fachmännisch mit einem Schautanz, der nicht nur Freude beim Zuschauen bereitete, sondern dazu noch einen Lerneffekt lieferte: Nach dem Essen Zähne putzen nicht vergessen. Die „Sternschnuppen“ des CCS durften gleich zweimal ins Rampenlicht, einmal mit ihrem flotten Gardetanz, ein zweites Mal stürmten sie als „Wikinger“ die Bühne und in die Herzen der Zuschauer.
Meisterliches brachten die „Feuerfunken“ zustande. Sowohl als Garde als auch im Freestyle machten sie aus einer abwechslungs- und spannungsreichen Choreografie eine mitreißende Bühnenschau. Für tosenden Zwischenapplaus sorgten dabei vor allem der Pyramidenbau, der manchen Aktiven besonders hoch hinaus führte.
Stolz sein konnten sämtliche Trainerinnen (Stefanie Oppinger, Stefanie Müller, Ramona Ruggieri und Rebecca Janson) auf alle Mitwirkenden.
Doch nicht nur die Augen bekamen karnevalistische Leckerbissen serviert. Mit einem „Best off“ der vergangenen Jahre warteten Steffi und Hartmut Oppinger, ein streitbares Traumpaar, auf. Die Herren der Schöpfung mussten im verbalen Wechselspiel von „Fraa Tratschich un Fraa Schlewwerich“ (Sabine Seidel und Susanne Kaiser) dran glauben – doch auch sich selbst nahmen die Damen bei ihrer Premieren-Frotzelei auf die Schippe.
Die Dritten im Bunde, die ihren Erstauftritt meisterten, sollten den Saal mit fasnachtlichem Hochgesang auf die Heimatstadt Speyer in Bewegung bringen. „Die Domstadtbrüder“ Frank Seidel und Peter
Kaiser machten dabei sogar aus dem DJ Ötzi-Partyhit „Sweet Caroline“ ihre eigene Version.
Zwei „Gastgeschenke“ aus Speyer-Nord folgten obendrein: Heidi Mehlhorn berichtete von Erlebnissen auf der Schönheitsfarm, die „Schöne Maid“ gab’s gleich mehrfach dank der Ranzengarde.
Mächtig angeheizt wurde das Publikum vor der Pause mit einer gelungenen Tanz-Playback-Show der Aktiven. An die Stimmung angeknüpft wurde direkt zu Beginn der zweiten Halbzeit mit der Guggemusik der „Altlossemer Rhoigeischda“. „Sin die geklont?“ – die Frage des frechen Vogels Gregor kam nicht von ungefähr, warf er seinen Blick doch auf den einheitlich blau-bekittelten Elferrat. Bauchredner Andreas Knecht lieferte eine pointenreichen „Dialog“ mit seinem vorlauten Freund.
Zwei packende Hingucker standen zum Ende der Sitzung im Mittelpunkt: Das Damenballett lud zur „After-Work-Party“, die Herren brachten ihre persönliche Umsetzung von „Dornröschen“ auf die Bühne, die einfach in allen Facetten bestach.
Für Gabi Winter, langjährige Helferin hinter den Kulissen, hielt Oppinger eine besondere Auszeichnung bereit. Ihre Verdienste wurden mit dem „Goldenen Vlies“ gewürdigt. (spa/Fotos: Privat)
|