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Trotz aller Beteuerungen von OB-Referentin Silvia Gonsior, wegen der Verpflichtungen Speyers in Sachen Entschuldungsfonds könne man heuer die Narren nicht mehr traditionsgemäß empfangen und mit Wein und Brezeln besänftigen, blieb Stadtoberhaupt Hans-Jörg Eger auch an diesem Fasnachtdienstag nichts anderes übrig, als seinen Amtssitz für die Tollitäten zu räumen. Der Schimmel hatte wohl auch diesmal lang genug gewiehert. Kurz vor dem närrischen Übergabezeitpunkt um 11.11 Uhr Speyerer Ortszeit, rückte die närrische Streitmacht unterstützt von Guggemusikern und den Klängen des Rot- Weissen Fanfarenzuges auf die Stadtfestung vor. Mit vereinten Kräften und lautstarken Schlachtrufen zog die aliierte Narrenschar in die Diensträume des Oberbürgermeisters ein und nahm diese ganz ohne Blutvergießen in Besitz.
(MIT FOTOSERIE)
OB Eger blieb nurmehr übrig, wegen der Übermacht die Kapitulationsurkunde in zweifacher Ausfertigung bedingungslos "in geistiger Frische"
zu unterzeichnen. Darin ordnete er an, bis 24 Uhr besagten Tages oder ersatzweise bis 0.00 am Aschermittwoch den Schlüssel zum Rathaus auszuhändigen, den Weisungen der Tollitäten unverzüglich Folge zu leisten und die Amtsgeschäfte in die Hände der Narrenschar zu legen. Außerdem
verpflichtete die Unterschrift das Speyerer Stadtoberhaupt kraft Narrengesetz Durst und Hunger auf Seiten der Alliierten ohne Wenn und Aber abzuhelfen. Unter Protest, jedoch mit zitternden Händen, folgte Eger dem Begehr der Besatzer, wurde jedoch mittels Handfesseln seiner Freiheit beraubt und von der Meute in den Historischen Ratssal verbracht, wo er persönlich die Proklamation nach "heftigem Widerstand" verlesen musste. Die "Anführer der Narrenbande", allen voran Stadtprinzessin Eva I., verlasen anschließend die elf Speyerer Narrengebote.
"So lasst uns denn in edlem Streben, die Fasnacht hier in Speyer leben. Dank dem OB mit leeren Kassen, sei für heute er entlassen!" Vor der Freigabe des Buffets mit Brezel, Wein, Saft und Wasser, zeichnete der Oberbürgermeister neben Stadtprinzessin Eva auch das Prinzenpaar der Rheinfunken,
Sabrina und Mark, Vanessa vom Carnevalclub Speyer 2000 sowie Julia von den Kaiserfunken aus, ehe auch SKG Obernarr Michael Grohmannund andere hochdekorierte Fasnachter ein Weingeschenk aus den Händen des "leidenden, seiner Regentschaft enthobenen OB" entgegennehmen durften. (da/Foto:ks)
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