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Handballlegende Heiner Brand beim Neujahrsempfang des Pfälzer Handballverbandes als hochkarätiger Gastredner - Präsentation des Konzepts Eliteförderung
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SPORT | Handball
Donnerstag, den 12. Januar 2012 um 13:18 Uhr
Es war ein Auftakt nach Maß für die zuletzt sportlich und finanziell arg gebeutelten Verbands - und Vereinsvertreter im Rahmen des Neujahrstreffens des Pfälzischen Handballverbandes am Mittwochabend im Martin-Luther-King-Haus. Denn pünktlich zum Veranstaltungsbeginn betrat kein Geringerer als Handballikone Heiner Brand, der sowohl als Spieler und auch in seiner Funktion als langjähriger Trainer des Nationalteams den Weltmeistertitel erringen konnte, den Saal. Doch vor dessen Beitrag hatte das Wort natürlich zunächst Verbandspräsident Friedhelm Jakob, dem das schwere Los zufiel, eine im Gegensatz zum Vorjahr ernüchternde Bilanz des Pfälzer Handballs zu ziehen. Vor zahlreichen Gästen, darunter Rudi Eichhorn, Ehrenvorsitzender des Pfälzer Handballverbandes, die Ehrenmitglieder Fritz Facklam und Reinhold Cattarius sowie Jutta Kopf, Vizepräsidentin des Sportbundes Pfalz, Altlandrat Werner Schröter sowie Bürgermeisterin Monika Kabs, zog Jakob ein ernüchterndes Resümee der Pfälzer Vereine nach der ersten Halbserie:

Erstligaabsteiger TSG Friesenheim auch in der zweiten Handballbundesliga mit erheblichen Mühen um den Klassenerhalt kämpfend, mit dem TV Hochdorf nur ein Verbandsvertreter in der neu gegründeten Dritten Liga und auch die A-Jugendlichen aus Friesenheim, ehemals Aushängeschild des PFHV in Deutschland haben sich in der neuen Bundesligastaffel Süd noch nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Die Situation im Frauenhandball könne, so Jakob, einen jeden im Saal "gar zu Tränen rühren". Doch der Wahrheit dürfe man sich nicht verschließen. Dennoch gebe es auch einige gute Beispiele im Bereich der Jugendförderung. Jakob nannte als Vertreter Christian Dissinger aus Friesenheim, Juniorenweltmeister von 2011, Auswahlspieler Dominik Klaus aus Waldsee, dazu Carla Schmitt aus Wörth und die neu in den Damennationalkader berufene Marlene Zach. Gemäß der Jahreslosung der evangelischen Landeskirche: "Meine Kraft ist in der Schwäche mächtig", hoffe er auf bessere Zeiten. Dazu müsse jedoch einiges bewegt werden. Erschreckend sei der demographische Wandel und der damit verbundene Kampf um Nachwuchsspieler in Konkurrenz mit den anderen Sportarten. Das liebe Geld spiele eine immer größere Rolle- Jakob nannte diesbezüglich die gegenwärtigen Spannungen bei der Fortschreibung des Grundlagenvertrages innerhalb des Deutschen Handballes zwischen der Bundesliga und dem neugegründeten Handball- Regionalrat (HRR) wegen der Verteilung der Gelder.
Jakob beklagte die rückläufigen Zahlen an Mannschaften im Verband. Dies führe unter anderem auch zu einem Nachteil des PFHV im Stimmenranking innerhalb der Landesverbände. Weitere Problembereiche sieht Jakob im Zusammenschluss der drei Verbände Rheinland, Rheinhessen und Pfalz, (ARGE) im Jugendbereich. Viele ungeklärte Stolpersteine gebe es zudem auch in der Oberliga- Arbeitsgemeinschaft RPS (Rheinland-Pfalz-Saar), einem Zusammenschluss der Oberligisten. Hier blicke er gespannt auf die weitere Entwicklung. Positive Tendenzen fänden sich im Pokalwettbewerb, in dem am Ostermontag ein Finale-Four - ab der nächsten Runde sogar unter den Fittichen eines Sponsors- als Höhepunkt ausgetragen werden wird. Von eminenter Bedeutung sei auch die Basisarbeit. Jakob leitete über die Krise im Frauenhandball (Runder Tisch noch nicht verwirklicht) auf das bestehende Überschneidungsproblem in der Kooperation Lehre/Jugend über. In den Bereichen Jugendförderung, Mädchen- und Schulhandball sowie  Mitarbeitergewinnung bestehe noch erheblicher Klärungsbedarf.  Seine Quintessenz lautete deshalb nicht überraschend: "Viele müssen sich ins Zeug legen, um den Karren wieder flott zu machen. (da/Foto:da)