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Ärzte gegen Atomkraft: "Zwischen Störfall und einem zweiten "Tschernobyl" liegt oft nur der Zufall"
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BERICHTE | Politik
Samstag, den 01. Mai 2010 um 10:22 Uhr

Mehrere Tausend Ärzte nahmen den 24. Jahrestag des Atomunfall von Tschernobyl zum Anlass, in einem Aufruf auf die aktuellen Gefahren der Atomtechnologie hinzuweisen und gegen die geplante Verlängerung der Laufzeiten für Deutsche Atomkräftwerke durch die Schwarz-Gelbe Bundesregierung zu protestieren.

Hier der IPPNW-Aufruf:
"Konstruktionsfehler, Planungs- und Bedienungsfehler, Fahrlässigkeit, Materialverschleiß und viele weitere Gefährdungen technischer Prozesse sind beherrschbar, wenn sie nicht zufällig gleichzeitig auftreten und urplötzlich zusammenwirken. Eine solche „Verkettung unglücklicher Umstände“ führte vor 24 Jahren zum Super-GAU in Tschernobyl.
Auch das war zuerst nur einer der „Störfälle“, wie sie auch in deutschen Atomkraftwerken längst die Regel sind.
TROTZ der permanenten Gefahr für Leben und Gesundheit der
Menschen durch laufende Atomkraftwerke und „absaufende
Endlager“ mit unvorstellbar lang strahlenden Abfällen,
TROTZ des in Wahrheit viel zu teuren Atomstroms, der ohne Subventionen 2 € pro Kilowattstunde kosten müsste,
TROTZ der atemberaubenden Aufholjagd der erneuerbaren Energien, die mit einem Marktanteil von etwa 18 Prozent dem Atomstrom schon bald den Rang ablaufen werden und in absehbarer Zeit 100 Prozent des Strombedarfs decken können,
TROTZ dieser eindeutigen Sachlage blockieren die schwarzgelbe Bundesregierung und die unionsgeführten Bundesländer den weiteren Ausbau der dezentralen „Energieversorgung in Bürgerhand“ und wollen auch noch die Laufzeiten der abgeschriebenen Atommeiler verlängern.
Wie ist es möglich, dass wenige Großkonzerne die Regierung unseres Landes vor sich hertreiben können, nur um weiterhin maßlose Profite zu realisieren? Wie ist es möglich, dass dafür ständig steigende Strompreise bezahlt werden müssen?
Mit Empörung und in Sorge um Leben und Gesundheit der Menschen warnen wir Ärzte, Ärztinnen und Förderer der deutschen Sektion der IPPNW (Physicians for the Prevention of Nuclear War) vor Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke. Der Atomstrom „verstopft“ schon heute die Stromnetze und steht dem vollständigen Umstieg auf erneuerbare Energien im Weg. Deshalb fordern sie: Atomparteien abwählen, Erneuerbare Energien durchsetzen

Info: IPPNW – »International Physicians for the Prevention of Nuclear War« ist die Organisation von zehntausenden Ärztinnen und Ärzten sowie Medizinstudierenden in über sechzig Ländern. 1985 erhielt die Organisation den Friedensnobelpreis. Unterstützen Sie den Aufruf unter www.ippnw.de.
Informationen zur Atomenergie unter
www.ippnw.de/atomenergie

 

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