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"Eine eigene Heimat bedeutet auch größere Verantwortung", macht Professor Rolf Güdemann zu Beginn des Gesprächs mit unserer Zeitung deutlich, um was es geht. Der Leiter des Projekts "Judohalle" betonte, dass es für den Judosportverein Speyer (JSV) neben der Verantwortung für die im Dezember offiziell eingeweihte Halle - die zwar der Stadt gehört, an deren Finanzierung sich der Verein in den kommenden 30 Jahren mit etwa einer Million Euro aber beteiligt - auch große Chancen berge, wie es sie kein weiterer Judoverein in Deutschland habe.
Neben mehr Mitgliedern (derzeit etwa 1.100) wolle der Verein vor allem qualitativ wachsen, so Güdemann. Erschwert werde das aber durch Strukturen, die noch aus der Anfangsphase des JSV stammten wie die Satzung, die nicht für über 1.000 Mitglieder konzipiert sei und deshalb dringend überarbeitet werden müsse. So gebe es für so manche Entscheidung im Tagesgeschäft in der Satzung keine Regelung, müsse in einer Grauzone entschieden werden, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Das mit dem Betrieb sei nicht so abwegig, denn mit über 300.000 Euro Jahresetat bewege man sich im Bereich eines mittelständischen Unternehmens.
Ein weiteres Ziel sei es, junge Mitglieder in den kommenden fünf bis zehn Jahren fit zu machen, damit sie einmal die jetzige Führungsriege mit Heiner Sprau und Gerlinde Görgen an der Spitze ablösen könnten: "Die sollen Verantwortung bekommen, dürfen aber auch mal einen Fehler machen", beschreibt Güdemann die Vorstellungen. Vor allem der jetzige Vorsitzende Sprau sei die Triebfeder hinter den geplanten organisatorischen Änderungen, hinter denen alle Führungskräfte stünden. Sie hielten es für wichtig, den Verein noch besser auf zukünftige Herausforderungen einzustellen. Güdemann sprach von einem "Reset", einer neuen organisatorischen Basis.
Anhand eines Organigramms erläuterte der Professor die Grundzüge der neuen Struktur. So soll es keinen Vorsitzenden sondern ein fünfköpfiges Vorstandsteam geben, das einen Sprecher benennt. Der Sprecher soll beispielsweise auch für die Finanzen und die Öffentlichkeitsarbeit zuständig sein. Auch die weiteren vier Vorstandsmitglieder seien demnach für jeweils eines der vier Arbeitsfelder des Vereins zuständig: Soziale Aktivitäten, Trainingsbetrieb, Freizeitsport und Leistungssport. Innerhalb dieser Bereiche könnten sich dann zahlreiche Mitglieder einbringen.
Außerdem sei geplant, eine Art Judo-Internat für Kaderathleten aufzuziehen. In der neuen Halle gebe es dafür gute räumliche Voraussetzungen. Außerdem strebe man einen hauptamtlichen Trainer für den Leistungsbereich an. Derzeit seien es nur Honorarkräfte. Alles soll dem Ziel der qualitativen Verbesserung dienen.
Güdemann betone ausdrücklich, dass alle Tätigkeitsfelder des Vereins als gleichwertig angesehen würden, in jedem Bereich optimale Arbeitsbedingungen das Ziel seien. (ks/Foto: ks)
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