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Die New-Romantic-Band Spandau Ballet gehört zu den Superstars der 1980er Jahre. 1976 in London als „The Cut“ gegründet, spielt die Schülerband zunächst Rockmusik. Nach einer Berlin-Reise nennen sie sich 1979 Spandau Ballet und schaffen es mit ihrer ersten Single „To Cut a Long Story Short" im April 1980 auf Platz fünf der britischen Hitparade. Das Album „True" bringt 1983 weltweit den Durchbruch. Spandau Ballet werden zum Inbegriff des Soul-Pop, treten 1985 beim Live-Aid Projekt von Bob Geldof auf und sind an den Aufnahmen der Band-Aid-Single „Do They Know It’s Christmas?“ beteiligt. Die Briten erreichen 1986 mit ihrer Ballade "Through The Barricades" den Höhepunkt ihres Erfolges. Im März 2009 verkünden Spandau Ballet ihr Comeback in Originalbesetzung. DURCHBLICH-Journalist Harald Stein traf „Spandau Ballet“ auf einer VIP-Party und sprach mit dem Sänger Tony Hadley bei einigen Gläschen Bier.
Harald Stein: Hallo Tony, Spandau ist ein Bezirk in Berlin. Wie kommt man ausgerechnet auf den Bandnamen „Spandau Ballet“?
Tony Hadley: Die Band wurde 1976 unter dem Namen „The Cut“ gegründet. Wir spielten überwiegend Rockmusik und hatten sehr viel Spaß. 1979 besuchten wir mit unserem Freund, dem Journalisten des Modemagazins „The Face“ Robert Elms, Berlin. Robert las auf der Toilette eines Nachtclubs an der Wand einen Schriftzug, der in Verbindung mit dem Spandauer Gefängnis stand. So entstand an diesem Abend unser neuer Bandname „Spandau Ballet“, aber ohne politischen Hintergrund.
Harald Stein: Warum wurde Spandau Ballet 1990 aufgelöst?
Tony Hadley: Nach 14 Jahren Spandau Ballet war die Luft heraus. Es kam immer öfter zu Streitigkeiten die sich sogar bis vor das Gericht ausbreiteten. Dabei ging es um die Songwriting- Lizenzgebühren.
Harald Stein: Was hast Du in den folgenden 19 Jahren gearbeitet?
Tony Hadley: 1992 wurde mein erstes Soloalbum „The State Of Play“ veröffentlicht. Ich begann auch mit der Schauspielerei. 2007 spielte ich im Londoner West-End-Theater in dem Musical „Chicago“ den Anwalt Billy Flynn. Bei Virgin Radio arbeitete ich als Moderator. Dies war alles sehr abwechslungsreich und machte unheimlich viel Spaß.
Harald Stein: Wer war die treibende Kraft, dass sich die Band 2009 nach fast 20 Jahren wieder vereinte?
Tony Hadley: Ich wurde zu einem Radiointerview eingeladen. Bei dem Moderator ging es weniger um meine Soloprojekte, sondern fast ausschließlich um Spandau Ballet. Ich versuchte dabei das Gespräch immer wieder auf meine eigenen Tätigkeiten zu lenken. Der Bursche war aber nicht zu bremsen. Er war nicht nur nervend, sondern auch sehr hartnäckig. Irgendwann beschloss ich spontan, diesen Typen mundtot zu machen und sprach von einer baldigen Wiedervereinigung in Originalbesetzung.
Harald Stein: Was geschah danach?
Tony Hadley: Das kannst du dir bestimmt denken. Wir wurden mit Angeboten regelrecht bombardiert. Da hatte ich wirklich in ein Wespennest gestochen.
Harald Stein: Wer arrangierte das erste Treffen?
Tony Hadley: Das nahm unser Drummer John Keeble in die Hand. John kontaktierte jeden einzelnen. Der schwierigste Teil bei diesem Meeting war das Treffen zwischen Gary Kemp und mir. John verabredete sich mit uns auf neutralem Boden in einem Pub in Highgate. Seit unserem Streit sind wir beide nicht nur älter, sondern auch reifer geworden. Vieles von damals konnten wir heute nicht mehr nachvollziehen. Riesige Meinungsverschiedenheiten schrumpften auf Erdnussgröße.
Harald Stein: 2009 wurde das neue Album „Once More“ veröffentlicht. Warum habt ihr überwiegend alte Hits mit neuem Arrangement aufgenommen?
Tony Hadley: Wichtig für uns alle war die gemeinsame Bereitschaft, wieder als Band zu existieren. Wir wollten mit neuen Songs keine unnötigen Meinungsverschiedenheiten heraufbeschwören. Da sich die Zeiten geändert haben, beschlossen wir gemeinsam die alten Lieder in neue Arrangements zu verpacken, denn diese Songs hatten uns einmal als eine Einheit zusammengeschweißt.
Harald Stein: Welche Gedanken schossen durch Deinen Kopf, als bekannt wurde, einer der ersten Live-Auftritte in England ist gleich in der riesigen O2 Arena London?
Tony Hadley: Als ich davon hörte, war ich total fertig. Die Musikszene ist ein schnelllebiges hartes Geschäft. In den letzten 20 Jahren hat sich enorm viel geändert. Als ich dann erfuhr, dass die O2 Arena fast ausverkauft war, konnte ich es kaum glauben. Nach fast 20 Jahren Abwesenheit als Band solch einen Zuspruch zu erleben. Einfach Fantastisch.
Harald Stein: Hast Du dieses Event genossen?
Tony Hadley: Als ich die Bühne betrat, hatte ich eine Gänsehaut. Tausende Fans jubelten uns zu. Ich war auch total überrascht, viele junge Gesichter zu sehen. Es war auch ein tolles Gefühl zu hören, wie textsicher die Leute unsere Lieder mitsingen konnte.
Harald Stein: Du hast unzählige Konzerte gespielt. Was war für Dich das schönste Live-Konzert?
Tony Hadley: Da brauche ich nicht lange überlegen. Das war 1985 das Live-Aid-Konzert mit Bob Geldof im Londoner Wembley-Stadion zur Afrikahilfe. Alle großen Namen der Musikszene waren da vertreten. 1,5 Millionen verfolgten das gigantische Spektakel und wir waren auch ein Teil davon. Das ist für mich ein unvergesslicher Moment in meinem Musikerleben.
Harald Stein: Was hast Du Dir für das Jahr 2012 vorgenommen?
Tony Hadley: Das ist für mich und Großbritannien ein wichtiges Jahr, denn bei uns finden die Olympischen Sommerspiele statt. Da bin auch ich mit engagiert und es wird ein neues Album geben. Wir wollen auch einige Konzerte in Amerika geben. ch werde versuchen in meiner Freizeit viel Sport zu treiben, denn ich spiele Fußball, schnorchle und im Winter fahre ich gern Ski.
Harald Stein: Tony, ich danke Dir für dieses unterhaltsame Gespräch und wünsche Dir alles Gute für das Jahr 2012. Foto: Harald Stein
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