URLAUB UND FREIZEIT

MENSCHEN

LESERBRIEFE

JUGENDMAGAZIN

MEIST GELESENE ARTIKEL

NATUR UND UMWELT

WIRTSCHAFT UND ARBEIT

MODE UND LIFESTILE

SOCIAL-BOOKMARKING

Hinzufügen zu: Facebook Hinzufügen zu: Mr. Wong Hinzufügen zu: Webnews Hinzufügen zu: Windows Live Hinzufügen zu: Favoriten.de Hinzufügen zu: Linksilo Hinzufügen zu: Readster Hinzufügen zu: Linkarena Hinzufügen zu: Del.icoi.us Information


 

AKTUELLE MELDUNGEN

Am Freitag, 1. Juni 2012, bieten 26 Kultureinrichtungen der Dom- und Kaiserstadt Speyer zu ungewöhnlicher Zeit – v...
Von Dr. Martin Hussong Im Mai 1664 kam Johann Joachim Becher mit einer Empfehlung des Kurerzkanzlers von Mainz nach Mün...
Die Anwohner des Lilienwegs sind ja einiges gewohnt von einem betagten Nachbar. Im August 2011 berichteten wir unter der...
Live-Interview: Harald Stein traf die Sängerin Kim Wilde in privater Atmosphäre:
Drucken
KULTUR | Kultur Regional
Mittwoch, den 18. Januar 2012 um 15:29 Uhr

Live-Interview: Harald Stein traf die Sängerin Kim Wilde in privater Atmosphäre:
Kim Wilde, Sängerin, blond, Schmollmund, Minirock. Sie ist Popstar, Autorin, Moderatorin und zweifache Mutter. Kim Wilde ist nicht nur eine der erfolgreichsten britischen Musikerinnen überhaupt, sondern vor allem eine multitalentierte und starke Frau. Sie eroberte 1981 die Charts mit ihrem ersten Hit „Kids in America“. Nach dem Album „Now & Forever“ (1995), startete sie eine zweite Karriere als Gartendesignerin und präsentierte für die BBC das TV-Programm „Garden Invaders“. 2005 kehrte Kim Wilde mit „Never Say Never“ zu ihrer Lieblingstätigkeit, der Musik, zurück. Seit ihrem Comeback konzentriert Kim Wilde sich sogar noch mehr auf die Liveauftritte mit ihrer eingeschworenen Band und integriert oft Coverversionen in ihr Programm. Die euphorischen Reaktionen daraufhin bewegten sie schließlich, mit „Snapshots“ ein ganzes Album zu füllen.speyer-aktuell-Journalist Harald Stein traf Kim Wilde im Hotel mit deutscher Küche:

Harald Stein: Hallo Kim. In den Achtzigern bis Mitte der Neunziger warst Du die erfolgreichste englische Popsängerin. Warum hast Du Dich aus dem Musikgeschäft zurückgezogen?
Kim Wilde: Zu Beginn war das Musikgeschäft eine aufregende Sache. Ich hatte viel Spaß an meiner Arbeit. Doch dann stellte ich fest, dass es nicht mehr wie am Anfang lief und es langweilte mich. Vielleicht war die Musikindustrie auch von mir gelangweilt. Ich wollte nicht mehr im Rampenlicht und im Focus der Medien stehen, denn das war seit meinem 20. Lebensjahr so. Nach meinem Rückzug fühlte ich eine große Erleichterung in mir. 

Harald Stein: Wie hast Du die Zeit Deines privaten Daseins genutzt?
Kim Wilde: 1996 habe ich mich auf das Land zurückgezogen und tauschte das Mikrofon mit der Gießkanne. Landschaftsgärtnerei  war schon zuvor mein Hobby. Dann heiratete ich und nahm den Namen meines Mannes an. Mit dem Namen Fowler konnte ich in die Anonymität abtauchen, nochmals die Schulbank drücken und Gartenbau studieren. Als Landschaftsgärtnerin trat ich oft im britischen Fernsehen auf. Ich war nicht nur Verfasserin von Zeitungskolumnen, nein, ich schrieb auch Gartenbücher. Manche Menschen finden zu Gott, ich fand zu den Pflanzen. Dann wurde ich stolze Mutter zwei hervorragender Kinder. Mein Sohn Harry Tristan ist jetzt 13 Jahre alt und meine Tochter Rose Elisabeth 11 Jahre.

Harald Stein: Ist es wahr, dass die deutsche Sängerin Nena an Deinem “Come Back“ maßgeblich beteiligt war?   
Kim Wilde: Da hast Du nur zum Teil recht. 2001 produzierte ich bereits ein „Best Off“ Album. Erst 2003 begann meine Arbeit mit Nena. Nena und ich haben großen Respekt voreinander, denn wir mögen uns und unsere Arbeit. Viele Jahre bin ich problemlos ohne den ganzen Popzirkus ausgekommen, aber das Angebot von Nena mit Ihr ein Duett zu singen, habe ich nach anfänglicher Skepsis  angenommen. Ich schätze Nena als Künstlerin und war auf diese Zusammenarbeit gespannt. „Anyplace, Anywhere, Anytime“ wurde ja auch ein Erfolg, deshalb unterschrieb ich 2005 wieder einem Plattenvertrag bei EMI. „Never Say Never“ wurde 2006 veröffentlicht.

Harald Stein: Warum sind auf Deinem letzten Album "Snapshots" nur Coversongs aus einigen Jahrzehnten?
Kim Wilde: Mittlereile bin ich 50 Jahre alt. Dieses Album habe ich mir zum Geschenk gemacht. Ich wollte ein Album mit Songs machen, die mich in meinem Musikerleben begleitet haben. Es gibt so viele tolle Lieder, aber die Aufnahmekapazität einer CD ist leider begrenzt. Ich machte mir eine Liste und habe diese mit viel Wehmut auf 14 Titel reduziert. Ich habe aber schon in der Vergangenheit immer mal wieder live Songs wie „Ca plane pour moi“ von Plastic Bertrand oder „Real Wild Child" von Iggy Pop gecovert.

Harald Stein: Das Lied „Kooks“ singst Du zusammen mit Deinem Mann. Mit welchen Mittel hast Du ihn überredet?
Kim Wilde:  Als ich ihn fragte, war er von dieser Idee sofort begeistert. Dies war unsere erste Zusammenarbeit im Studio. Wir konnten in diesem „David Bowie-Song“ über unsere gemeinsamen Kinder singen. Das war wirklich zauberhaft. Da er Sänger und Schauspieler ist, war das auch kein neues Metier für ihn. Er tendiert mehr in Richtung klassische Musik, hat sich durch mich auch an die Pop-Musik gewöhnt. Ich aber bin in unserer Familie der Pop-Junkie.

Harald Stein: Du hast einen Sohn und eine Tochter. Wie gefällt Deinen Kindern die Musik ihrer Mutter?
Kim Wilde: Vor einiger Zeit fuhren wir zusammen in meinem Auto und ich hörte mir mein Album an. Irgendwann hatte mein Sohn die Nase voll von meiner Musik und wollte lieber wieder „Metallica“ hören. Meine Tochter und ich sind auch Metallica-Fans und konnten damit leben.

Harald Stein: Haben Deine Kinder das musikalische Talent ihrer Mutter geerbt?
Kim Wilde: Mein Bruder Ricky brachte meinem Sohn Harry das Gitarrenspielen bei. Er würde gerne in einer Band wie Metallica spielen, denn Harry ist vom harten Klang der Gitarre begeistert.

Harald Stein: Am Anfang Deiner Kariere hast Du in Musikvideos und auf der Bühne mit Deinem Sexappeal gespielt. Wie wichtig ist dieser erotische Körpereinsatz heute für Deine jungen Kolleginnen?
Kim Wilde: Früher habe ich auf diesem Gebiet viel herumexperimentiert. Es machte mir einfach Spaß, die Lippen stark zu schminken, meine Haare auffällig zu stylen und zu posieren. Das war ja meine eigene Entscheidung. Bei den heutigen Künstlerinnen gehört Sexysein schon zur Normalität.

Harald Stein: Was war der schönste Moment in Deinem Leben?
Kim Wilde: In meinem langen Leben habe ich schon sehr viele schöne Momente erlebt. Der schönste aber war natürlich die Geburt meiner beiden Kinder. Aber außerhalb meiner Familie entwarf ich mit Kindern eine Gartenkreation für die ich von der königlichen Gartengesellschaft eine Goldmedaille erhielt. Das war sicher auch einer der schönsten Tage meines Lebens. Dass ich wieder so erfolgreich in das Musikerleben einsteigen konnte war auch ein fantastischer Moment in meinem Leben

Harald Stein: Mein jüngster Sohn arbeitet seit fünf Monaten in einem 4-Sterne-Hotel in London. Er findet die englische Küche nicht besonders gut, muss aber noch sieben Monate dort Leben. Wie schmeckt Dir die deutsche Küche?
Kim Wide: Dein Sohn tut mir leid, aber ich kann ihn verstehen. Wenn er das deutsche Essen gewöhnt ist, hat er es in England nicht leicht. Auch ich liebe die deutsche Küche und es fällt mir immer schwer mich einzuschränken. Das Essen ist hier sehr abwechslungsreich. Ich bin ein Fleischesser und freue mich jetzt auf das Steak. Ich mag auch Bratwürste mit Sauerkraut.

Harald Stein: Kim, dann wünsche ich einen guten Appetit und freue mich, Dich auf der Bühne bald wiederzusehen. Foto: Harald Stein