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Mirja Boes ist zurück! Nach einer kleinen Auszeit ist die blonde Comedy-Queen wieder mit „Ich doch nicht“ auf deutschen Bühnen unterwegs. Die 40jährige ist seit 03. Januar 2011 Mutter eines Sohnes, um dessen Vater sie ein großes Geheimnis macht. Sechsmal erhielt sie den deutschen Comedypreis, darunter dreimal als „Beste Comedian“. Die Schauspielerin, Sängerin und Komikerin war mit ihrer zweiten Staffel „Ich bin Boes“ bis 2011 auf RTL präsent.
Zurzeit wird samstags und sonntags ihre erfolgreiche Serie „Die Dreisten Drei“ auf SAT1 wiederholt. Harald Stein traf Mirja Boes privat bei einigen Tassen Kaffee:
Harald Stein: Hallo Mirja. Ab wann bist Du mit „Ich doch nicht“ auf Tournee?
Mirja Boes: Die Premiere zu „Ich doch nicht“ ist am 28.01..2012 in Remscheid. Obwohl ich sehr nervös bin, wenn ich daran denke, freue ich mich schon heute riesig auf diesen Abend, denn diese Show ist schon seit Wochen ausverkauft. Ich hoffe, das ist bei den anderen Terminen auch so. Harald Stein: Über was können Deine Fans in Deinem neuen Programm lachen?
Mirja Boes: Das was ich mache nennt man neudeutsch Stand-Up-Comedy. In diesem Programm wird wieder das Publikum in meine Show mit eingebunden. Da geht es um Dinge des täglichen Lebens von denen ich glaubte, dass ich diese Dinge nie machen werde, mich aber dabei ertappe, es doch zu tun. Improvisation und Musik gehören auch dazu. Um das alles herauszufinden rate ich, mich doch einfach in meinem neuen Programm zu besuchen.
Harald Stein: Mit „Erwachsen werde ich nächste Woche“ warst Du bis Ende 2011 auf Tour. War sie für Dich erfolgreich?
Mirja Boes: Die Tour zu „Erwachsen werde ich nächste Woche“ sollte schon früher beendet sein. Ich musste aber durch meine Schwangerschaft etwas pausieren. Ich und auch die Zuschauer waren mit diesem Programm sehr zufrieden. Es ist jedes Mal interessant, wie unterschiedlich die Leute auf gleiche Sketche reagieren. Wenn das Publikum über einen bestimmten Sketch in Köln sich vor Lachen biegt, sitzen zum Beispiel in Stuttgart die Leute regungslos auf ihren Stühlen. Das ist aber das Interessante bei den Live-Auftritten. Ich weiß nie im Voraus, wie meine Fans reagieren.
Harald Stein: Schon zwei Monate nach der Geburt warst Du wieder auf Tournee. Wie hast Du Deinen Beruf und die Rolle als Mutter unter einen Hut gebracht?
Mirja Boes: Ich habe fantastische Eltern. Da ich mein Kind stillte, wollte mich meine Mutter sofort begleiten. Als mein Vater davon hörte, wollte auch er gleich mit. Ich habe so viele tolle Freunde, die mich jederzeit hilfreich unterstützen. Ich kann auch sagen, dass ich einen wahnsinnig entspannten Sohn habe.
Harald Stein: Wie erwachsen hat Dich Dein Sohn gemacht?
Mirja Boes: Mein Sohn ist jetzt 1 Jahr alt und ich bin überglücklich, diesen kleinen Wonneproppen zu haben. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass die Geburt mich so verändert. Ich glaube als mich mein Sohn das erste Mal anschaute, wurde ich erwachsen. Mir wurde bewusst, dass dieses kleine Bündel von mir abhängig ist und ich für mein Kind dasein muss. Da ich ja nicht wusste was alles auf mich zukommt, hatte ich auch ein wenig Angst vor dem Unbekannten. Aber die Natur ließ mich systematisch in die Mutterrolle hinein wachsen. Heute bin ich schon ein Profi in Sachen Mutter.
Harald Stein: Was hat sich noch für Dich geändert?
Mirja Boes: Vor allem die Gesprächsthemen. Dabei kommen interessante Themen zum Vorschein. Welche Windeln sind die besten? Wie warm darf das Fläschchen sein? Immer darauf achten, dass nach der Nahrungsaufnahme das Bäuerchen folgt. Mein Sohn hat sich zum Mittelpunkt meines Lebens gemacht. Ich bin so froh, dass ich ihn habe.
Harald Stein: Wie bös ist eigentlich Mirja Boes?
Mirja Boes: Wie du selbst merkst, bin ich doch ziemlich handzahm. Das Böse lebe ich im Fernsehen und auf der Bühne restlos aus. Privat bin ich ein emotionaler und sensibler Mensch.
Harald Stein: Was macht Mirja böse?
Mirja Boes: Ich bin ein unheimlicher Gerechtigkeitsfanatiker deshalb bringt mich Ungerechtigkeit und Intoleranz auf die Palme. Ich glaube, dass es an meiner Erziehung liegt. Meine Mutter achtete darauf, dass mein Bruder und ich alles gerecht teilten.
Harald Stein: Agierst Du lieber vor der Kamera oder auf der Bühne?
Mirja Boes: Für das Fernsehen zu arbeiten ist schon eine tolle Sache, denn hier erreiche ich Millionen von Zuschauern. Der Nachteil ist, dass ich bei dieser Arbeit keine Reaktionen der Zuschauer mit bekomme. Da ich eine Rampensau bin, stehe ich lieber auf der Bühne. Es ist ein tolles Gefühl, wenn ich mit Applaus empfangen werde, ohne überhaupt etwas gesagt zu haben. Es ist fantastisch zu sehen, wenn die Leute Spaß haben. Einfach dasitzen und sich zwei Stunden von mir berieseln lassen.
Harald Stein: War es schon immer Dein Wunsch auf der Bühne zu stehen?
Mirja Boes: Eigentlich wollte ich etwas Anständiges lernen, deshalb studierte ich Musik- und Medienwissenschaft, Musical in Leibzig, sowie Spanisch und Italienisch. Ich dachte, ich werde bestimmt eine gute Lehrerin. Mitte der 90er Jahren sammelte ich in einem kleinen Theaterensemble meine ersten Bühnenerfahrungen und spielte in der Kölner Frauen-Rockband „Fabulöse Thekenschlampen“. Da wurde ich mit dem Bühnenvirus infiziert und mir wurde klar, ich setze mich nicht vor ein Pult, sondern stehe lieber auf der Bühne.
Harald Stein: Über welchen Komödianten kannst Du lachen?
Mirja Boes: Da fällt mir spontan Hape Kerkeling ein. Der Typ ist in seinen verschiedenen Rollen jedes Mal brillant. Ich glaube, das kann man nicht lernen, das muss angeboren sein. Heinz Erhardt und auch Loriot waren Giganten in diesem Fach. Solch tolle Komödianten gibt es heute leider nicht mehr. Schade.
Harald Stein: Mirja, ich danke Dir und wünsche Dir viel Erfolg auf Deiner Tournee. Ich jedenfalls werde mir „Ich doch nicht“ anschauen. Foto: Harald Stein
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