URLAUB UND FREIZEIT

MENSCHEN

LESERBRIEFE

MEIST GELESENE ARTIKEL

NATUR UND UMWELT

WIRTSCHAFT UND ARBEIT

MODE UND LIFESTILE

SOCIAL-BOOKMARKING

Hinzufügen zu: Facebook Hinzufügen zu: Mr. Wong Hinzufügen zu: Webnews Hinzufügen zu: Windows Live Hinzufügen zu: Favoriten.de Hinzufügen zu: Linksilo Hinzufügen zu: Readster Hinzufügen zu: Linkarena Hinzufügen zu: Del.icoi.us Information


 

Lesermeinung: Petra Kirsch vermisste in Speyer den Blütenteppich an Fronleichnam
Drucken
LESERMEINUNGEN | LESERBRIEFE
Mittwoch, den 07. September 2011 um 22:49 Uhr

"Einen Blütenteppich zur Fronleichnamsprozession, den haben zahlreiche Gläubige in Speyer vermisst. Domvikar Michael Paul griff diesen Gedanken auf und lud Donnerstag zu einem Treffen in St. Bernhard ein. Und was passiert? 18.000 Katholiken gibt es in Speyer, rund 1.500 von ihnen nahmen an der Prozession teil, und zu diesem Treffen kamen zwei. Mich nicht eingerechnet. Denn ich bin noch nicht katholisch - aber bald. Dabei war ich lutherisch konfirmiert, habe aber jahrzehntelang Glauben, Gott und Kirche gescheut wie der Teufel das Weihwasser. Und dann kommt so ein sorbischer Kaplan daher, schnappt sich mein Herz und legt es Christus zu Füßen - dagegen war ich einfach machtlos. Alojs Andritzki, der 1943 im KZ Dachau ermordet wurde, ist seit Pfingstmontag seliggesprochen.

 

Die katholischen Sorben sind schon ein seltsames Völkchen. Umgeben von einem deutsch-evangelischen Umfeld haben sie ihre Kultur allein durch ihren Glauben bewahrt. Ohne ihre Hartnäckigkeit hätte es diese Seligsprechung wohl nicht gegeben. Und sie haben Pfingsten voll durchgepowert: Messe im Bautzener Dom am Freitag, von Jugendlichen gestaltete Vigil am Cyrill-Methodius-Denkmal am Sonnabend, Fußwallfahrt nach Rosenthal am Sonntag, Seligsprechung in Dresden am Montag. Anschließend Dankgottesdienst in Radibor, Fronleichnam und Fußwallfahrt zu Mariä Heimsuchung. Wann ist das noch mal?
Die Speyerer mögen es mir verzeihen, dass meine Aufnahme in die katholische Kirche in Alojs Heimatgemeinde Radibor in der Oberlausitz erfolgen wird. Mein katholisches Herz liegt dort. Aber Speyer wird nicht völlig leer ausgehen: Meine Firmung wird - so Gott will - im Speyerer Dom stattfinden. Und St. Bernhard ist längst die Kirche, in die ich regelmäßig zur Messe gehe.
Laut Wikipedia geht der Trend dahin, aus der Firmung eine Familienfeier mit Geschenken zu machen. Ich weiß natürlich nicht, ob es in Speyer so ist. Aber wenn ja, habe ich an jeden, der mir meine Familie ersetzen möchte, eine Bitte: Lassen Sie sich auf das Wunder des Glaubens ein. Und helfen Sie mit, dass es nächstes Jahr an Fronleichnam wieder einen Blütenteppich gibt."
Petra Kirsch, Speyer