Zur nächtlichen Aktion, einen improvisierten Zebrastreifen auf die Fahrbahn der Großen Himmelsgasse zwischen Salzgasse und Georgengasse zu malen, schreibt Ilse Schall aus Speyer folgenden Leserbrief: "Da ich schon lange bei der Stadtverwaltung vorstellig gewesen bin und gebeten habe, am Übergang von der Salzgasse in die Georgengasse wie früher wieder einen Zebrastreifen anzubringen, habe ich mich einerseits gefreut, dass jemand die Initiative ergriffen hat, das illegal zu tun. Ich hätte dabei sogar mitgemacht, aber diese Schmiererei ist nicht in Ordnung. Wenn schon, dann hätte man eine schnell trocknende Farbe nehmen und exakt mit Schablonen arbeiten sollen. Es musste ja illegal gemacht werden, weil der Stadtverwaltung die Hände gebunden sind. Nach der Straßenverkehrsordnung darf ja in einer 30-Kilometerzone kein Zebrastreifen aufgebracht werden.
Dies wäre in Ordnung, wenn sich die Kraftfahrer an die 30-Kilometer halten würden, aber wer am Domplatz um die Ecke fährt, tritt auf das Gaspedal und rast, denn die gerade Straße bietet sich ja direkt an. Dieser Übergang ist ein großer Gefahrenpunkt. Es ist ein Wunder, dass dort noch niemand totgefahren wurde - die Bremsen haben schon oft genug gequietscht. Ich selbst habe schon wiederholt diese Straße überquert und musste feststellen, dass ein großer Teil keine Rücksicht nimmt. Wenn man am Straßenrand steht und 15 Fahrzeuge vorbeifahren, gehe ich auf die Fahrbahn und halte den Verkehr an. Wenn mir dabei etwas passieren würde, wäre ich noch selbst schuld. Ich habe so schon mehrmals ältere Frauen und solche mit Kinderwagen, teils zusätzlich noch mit einem Kind an der Hand, über die Straße gelotst. Man sollte einmal die Anwohner befragen, wie sehr sie unter dem Verkehr leiden.
Besagte Schmiererei muss nun von den städtischen Arbeitern beseitigt werden. Dazu müssten die Verursacher herangezogen werden, falls man sie erwischen sollte. An sich bin ich für die Einhaltung der Gesetze: wenn dies aber Menschenleben gefährdet oder gar kostet, bin ich nicht dafür. Beim Lesen des Artikels erinnerte ich mich daran, dass auch in einer Nacht-und Nebelaktion seinerzeit der tonfarbene Frosch auf dem Kreisel in der Auestraße angestrichen worden war, grün mit gelben Tupfen. Die Aufregung war groß, aber dann stellte man fest, dass der grüne Frosch noch viel schöner ausschaut."
Ilse Schall, Speyer
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