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"Der Mittelstand ist die Säule unserer Wirtschaft." Mit dieser Einschätzung hat Liliana Gatterer, Präsidentin des Landesverbands des Bundes der Selbstständigen Rheinland-Pfalz/Saar (BDS), die meisten Deutschen hinter sich. Dass sich dies aber nicht unbedingt in der Politik, vor allem der Wirtschaftspolitik, niederschlägt, ist ihr bewusst. Unter anderem um den Einfluss des Mittelstandes zu stärken will sich die Speyerer Einzelhändlerin - sie betreibt ein Modegeschäft in der Maximilianstraße - beim Landesverbandstag am 29. Oktober in Speyer um eine zweite Amtszeit bewerben.
Vor vier Jahren war sie in einer Kampfabstimmung mit nur zwei Stimmen Vorsprung zur Präsidentin der etwa 2.500 Mitglieder starken Vereinigung gewählt worden, nachdem sie dem Landesvorstand bereits zuvor angehört hatte. "Mir ist es wichtig, vor Ort für die Mitglieder da zu sein und nicht in Berlin zu repräsentieren", machte die attraktive Frau mit der markanten dunklen Stimme im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich. Natürlich müsse der Verband mit etwa 60.0000 Mitgliedern in Berlin präsent sein aber es gehe nicht an, nur auf die Politik zu schelten und selbst nicht seine Hausaufgaben zu machen. In den Kommunen, in Stadt, Kreis oder Gemeinde, spiele sich das Leben der Selbstständigen ab, so Gatterer, die seit neun Jahren auch Vorsitzende der BDS-Ortsgruppe Speyer-Römerberg ist. Durch das flächendeckende Netz von über 540 Ortsgruppen sei es möglich, zahlreiche Impulse für die Belange der Selbstständigen und der Gesellschaft schlechthin zu geben, etwa durch Leistungsschauen oder in der gegenseitigen Unterstützung mit Rat und Hilfe. Zwar betont Liliana Gatterer die strikte parteipolitische Neutralität ihres Verbandes, kritisiert aber, dass fast alle Parteien von der Stärkung des Mittelstandes redeten, die Mittelschicht faktisch die finanzpolitische Melkkuh sei. Deutsche Wirtschaftspolitik sei auf die Interessen der großen, international tätigen Konzerne ausgerichtet. Sie wisse nur zu gut, dass viele Mittelständler ständig um ihre Existenz ringen müssten und anstatt bei den Banken Rückhalt zu finden noch mit höheren Zinsen abgestraft würden, wenn sie überhaupt Darlehen bekämen. Um in Not geratenen Mitgliedern zu helfen sei angedacht, eine gemeinnützige Gesellschaft zu gründen, die bei finanziellen Schwierigkeiten unter die Arme greifen könne. Mit der Idee einer "Azubi-Akademie" soll ein Beitrag zur Förderung von Auszubildenden geleistet werden. Die prekäre Situation im Nachwuchsbereich vor allem beim Handwerk verlange eigenes Handeln. Ähnlich einem sozialen Netzwerk werde - gemeinsam mit den Landesverbänden Bayern und Sachsen - eine Plattform im Internet geschaffen, auf der sich Mitglieder präsentieren und austauschen können. Zu den Leistungen des BDS für Mitglieder gehören eine kostenfreie Erstberatung bei allen juristischen und steuerlichen Fragen rund um die Führung eines Unternehmens. Dazu kommen eine Reihe von Hilfestellungen beispielsweise bei Versicherungen und Vorsorge, Telefon und Internet oder der Anschaffung von Computern und Software. Weitere Infos gibt es unter www.bds-rlp.net
Zur Person: Liliana Gatterer ist verheiratet, hat drei Kinder, ist in Wien aufgewachsen und wohnt seit 1984 in Speyer. In Speyers Innenstadt. der Maximilianstraße, betreibt sie ein Modegeschäft.
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