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NATUR UND UMWELT |
NATUR UND UMWELT
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Freitag, den 05. August 2011 um 09:34 Uhr
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Wer hätte das gedacht? Bienen kann man streicheln! Imker Gustav Adolf Hirsch zeigt mit Stolz Honigbienen die für ihre Sanftmütigkeit bekannt sind. Mit bloßen Händen streichen Kinder und Erwachsene an diesem Nachmittag über die Flügel und Körper der Honigbienen. Das fühlt sich kribbelig an, sagt der 5-jährige Jakob aus Altrip und schaut begeistert auf die Bienenwaben auf denen sich die Insekten bewegen. Försterin Beate Werner hat die Veranstaltung im Rahmen der Rucksackschule des Forstamtes Pfälzer Rheinauen geplant.
„Mir ist es wichtig die Bedeutung der Bienen für uns Menschen herauszuarbeiten, erklärt die engagierte Försterin. Mit verschiedenen Lerninhalten und Spielen hat die Waldpädagogin einen Nachmittag rund um das Thema Honigbiene zusammengestellt. Mehr als 3 Dutzend Teilnehmer sind der Einladung in den Speyerer Wald in der Nähe der Walderholung gefolgt. Die Verbindung von Wald und Bienen ist sehr stark. Nicht nur als Bestäuber und Sammler von Honigtau sondern auch als Baumbewohner haben die Bienen eine Beziehung zum Wald. Historisch wurden die Bienen bevor die Korbhaltung eingeführt wurde in hohlen Stämmen gehalten. Diese Form der Waldimkerei nennt man Zeidlerei. Gute Honigtrachten finden Bienen im Wald vor allem an Edelkastanie, Wildkirsche und Robinie.
Gustav Adolf Hirsch ist Mitglied im Imkerverein und trägt sein angesammeltes Wissen sowohl den kleinen Waldbesuchern als auch den erwachsenen Begleitern mit lebhaften Worten vor. „Wir schöpfen mit den Bienenprodukten nur etwa 10 % der Gesamtleistung eines Volkes ab. Egal ob wir Honig, Wachs, Propolis, Gelee Royal oder Pollen ernten – 90 % der Leistung bestehen in der
Bestäubung von Blütenpflanzen“, erklärt der erfahrene Imker und unterstreicht die Bedeutung der Honigbienen für uns Menschen. Der Vorteil von Honigbienen ist ihre Eigenschaft Staaten zu bilden. Das macht sie anderen Insekten in der Bestäubungsleistung überlegen. Schnell wachsen im Frühjahr die Völker an, denn die Königin ist in der Lage an einem einzigen Tag bis zu 2000 Eier zu legen. Das heißt im Umkehrschluss dass auch bis zu 2000 junge Bienen nach ihrer Zeit als Larve und Puppe schlüpfen und so schnellt die Population im April und Mai steil in die Höhe. Das ist auch der Zeitraum in dem die Obstbäume und die Rapsfelder blühen. Die Natur hat das fabelhaft eingerichtet. Ein Zusammentreffen von Raum und Zeit schafft doppelte Gewinner-Situationen. Da Bienen sich sehr stark optisch orientieren, malen die Imker die Stöcke mit bunten Farben an. Das unterstützt die Orientierung. Die Kinder dürfen an diesem Nachmittag mehrere Bienenwohnungen mit Wachsmalstiften aus echtem Bienenwachs bemalen. So entstehen kleine Kunstwerke im Speyerer Stadtwald.
Neben dem Bienenstreicheln gab es ein weiteres Highlight für die Waldbesucher. Frischer Wabenhonig direkt vom Imker. Ein Gaumenschmaus der besonderen Art, denn Honig schmeckt so frisch noch besser, erklärt Imker Hirsch. Es sind die vielen Inhalts- und Vitalstoffe die den Honig so wertvoll machen. Über Jahrtausende war Honig der einzige Stoff, uns Menschen das Leben zu versüßen. Erst seit der Erfindung des Raffinadezuckers aus Rohrzucker und Zuckerrübe ist das Naturprodukt Bienenhonig ins zweite Glied gerückt. Die Teilnehmer erfahren, dass Bienen etwa 100.000 Kilometer zurücklegen müssen, bis ein Honigglas (500g) gefüllt ist. Das sind im Mittel etwa 4 Millionen Flüge. Eine großartige Leistung, die wir wertschätzen sollten, wenn wir uns morgens ein Honigbrot gönnen. Der Einkauf von Honig beim Imker ist nach wie vor sehr beliebt. Hirsch empfiehlt, sich beim heimischen Imkerverein zu erkundigen. Der Vorteil ist die hervorragende Ökobilanz. Der Imker freut sich über den Absatz seiner Produkte und der Käufer fügt der Umwelt etwas Gutes zu, weil er auf Importprodukte verzichtet und die Bestäubungsleistung in seiner Heimat unterstützt. (da)
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