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100 Prozent erneuerbare Energie für Hockenheim - Bürger gründen Verein zur Förderung von Bürgersolaranlagen
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NATUR UND UMWELT | NATUR UND UMWELT
Montag, den 10. Oktober 2011 um 15:48 Uhr

Sie sind Bürger Hockenheims aus allen gesellschaftlichen Bereichen. Ihre ehrgeizige Zielsetzung lautet, ihre Heimatgemeinde so rasch als möglich zu 100 Prozent erneuerbaren Energien zu führen und den Bau von Bürgersolaranlagen aktiv zu fördern. Deshalb haben unter Vorsitz von Michael Schöllkopf, der eine Firma für Netzwerktechnik betreibt, mehrere Hockenheimer Querdenker aus der Lokalen Agenda heraus im August dieses Jahres den Verein Solardrom ins Leben gerufen. Mittlerweile besteht der  Verein aus 20 Mitstreitern, die schon seit geraumer Zeit bei den Mitbürgern Verständnis und Interesse für das Einsparen von Energie anregen sowie Sparpotenziale aufzeigen.

Es geht Solardrom, - übrigens mit besten Kontakten zu den Stadtwerken, die für das Thema gewonnen werden sollen, sogar im regen Austausch über die Parteigrenzen hinweg- um eine Förderung regenerativer Energie unter Einsatz rationeller Techniken. Besonders liegt dem Verein der Ausbau von Bürgersolaranlagen am Herzen. Verbunden mit einer Dezentralisierung der Energieversorgung, die lokal häufig sehr viel effizienter organisiert werden kann, als die an ihre technischen, wirtschaftlichen und ethischen Grenzen gelangende fossil-atomare Energiewirtschaft, bieten sich Chancen für eine breite Mitwirkung innerhalb der Bürgerschaft. Denn die Solarstromerzeugung besitzt ein hohes Ansehen, ist technisch stabil sowie sicher kalkulierbar. Positive Erfahrungen mit ihrer Anwendung bestehen mittlerweile seit mehr als 20 Jahren. Dies alles macht sie optimal nutzbar, auch für die breite Bürgerbeteiligung.  Die Solardrommitglieder in Hockenheim sehen es als ihre vornehmliche Aufgabe, ihre Mitmenschen in der Rennstadt zu sensiblisieren, selbst Akteur zu sein. Sei es als Hausbesitzer, als aktiv die Eigenenergieversorgung gestaltendes Unternehmen oder aber auch als Beteiligte an einer der deutschlandweit verbreiteten Bürgerenergieprojekte. Sie haben die Notwendigkeit und Chancen eines den Stadtumbau positiv begleitenden Umbaus der Energieversorgung erkannt. Wie Schöllkopf in einem Gespräch mit speyer-aktuell/ Durchblick versicherte, laufen gegenwärtig die Planungen für die erste Bürgeranlage sowie für weitere Projekte an."Deutschland braucht", so Schöllkopf, "innovative Querdenker, um die festgefahrenen Strukturen aufzubrechen und somit einen Wandel zu erreichen. Wenn die Öffentlichkeit sich mit unseren Themen auseinandersetze sind wir schon ein großes Stück weiter. Die Politik genießt bei den Leuten schon lange kein Vertrauen mehr. Die Bürger identifizieren sich langsam aber sicher mit den Themen Nachhaltigkeit und Lebensqualität. Das heißt, sie erkennen, dass man mit kleinen Schritten vor Ort, also in der gewohnten Umgebung mehr erreicht, als stets nur die zentralen Energieversorger zu kritisieren." 

Stichwort Bürgersolaranlage: Mehrere Privatpersonen betreiben eine gemeinschaftliche Photovoltaikanlage, die diese durch Ihre einmalige Einlage finanzieren. Dazu schliessen sich die Beteiligten rechtlich als Gesellschaft des Bürgerlichen Rechts GbR zusammen. Die Rückzahlung der Einlage und der Gewinne aus dem Stromverkauf, die durch das EEG geregelt ist, erfolgt jährlich. Um zu vermeiden, dass jeder Gesellschafter mit seinem Privatvermögen für die Verbindlichkeiten der GbR haftet, ist der Bürgersolarverein Soladrom dazwischen geschaltet, der den Betrieb der Anlage und die damit verbundene Haftpflicht übernimmt. Das heißt, im schlechtesten Fall haftet jeder Gesellschaft mit maximal seiner Einlage. Die Gesellschafterinnen und Gesellschafter sind dadurch vor Ansprüchen Dritter aus der Betreiberhaftpflicht geschützt. (da)