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Serie Regionale Tierwelt: Die 'Ahorn-Rindeneule' - Aus wunderschöner Raupe wird unauffälliger Nachtfalter
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NATUR UND UMWELT | NATUR UND UMWELT
Freitag, den 16. Juli 2010 um 16:41 Uhr

Im Rahmen einer Artikelserie stellt der ehrenamtliche Umweltbeauftragte der Stadt Schifferstadt, Roland Meinhardt, hier vorkommende Tierarten in Wort und Bild vor: Heute befasst er sich mit der Ahorn-Rindeneule, einem Nachtfalter.

Wenn man von Eulen hört, denkt man zunächst an die so klug wirkenden Vögel der Nacht, die als einzige Vögel mit ihren großen, nach vorne gerichteten Augen etwas Menschenähnliches an sich haben.
Unter den Schmetterlingen gibt es aber auch eine große Nachtfalter - Familie, die auf Grund ihrer nächtlichen Lebensweise als Eulenfalter bezeichnet werden.
Zweifellos wirken sie in ihren grauen, braunen oder gelblichen Schutztrachten unansehnlich. Wer sie aber einmal im abendlichen oder nächtlichen Zimmer unter der Lampe, die sie sehr erregt umschwirren, näher betrachtet hat, wird um ihre heimliche Schönheit wissen. Die meisten Familienmitglieder sind harmlose Flieger, außer die vom Förster gefürchteten Kieferneule, die als einer der schlimmsten Waldschädlingen gilt.
Groß war die Begeisterung bei einer Naturwanderung mit Schifferstadter Kindergartenkindern, als die optisch auffällige Raupe der weit verbreiteten, aber seltenen Ahorn- Rindeneule entdeckt wurde. Ganz typisch Nachtfalter: Einer wunderschönen Raupe steht ein völlig unauffälliger, kleiner, graubrauner Nachtfalter entgegen!
Von der grauen Grundfärbung der streicholzlangen Raupen ist durch ihre bizarren Haare nicht viel zu erkennen. Diese sind gelb oder orangefarben und größtenteils in kegelförmigen Büscheln angeordnet, die bei der „Punker“-Raupe in alle Richtungen abstehen. Am Rücken fehlen die Haare, auf jedem Körperabschnitt befindet sich dafür ein großer weißer, rautenförmiger Fleck, der schwarz umrandet ist und die Raupe eigentlich unverwechselbar macht.
Nur gucken, nicht anfassen- das empfiehlt sich auch hier. Haarige Raupen wie die der Ahorn- Rindeneule sollte man tunlichst nicht berühren, da der Kontakt  mit den Haaren bedingt entzündungserregend sein kann.
Die Raupen mit dem schwarzen Kopf, die man von Juli bis September finden kann, ernähren sich überwiegend von Bergahorn, Rosskastanie und Stieleiche, fressen aber auch an Salweide, Hasel und anderen Laubbäumen.
Die nachtaktiven erwachsenen Falter schlüpfen Mitte Mai und fliegen jährlich in einer oder zwei Generationen von Mitte Mai bis Mitte August.
Wie kommt die Raupe durch den Winter?  Sie verpuppt sich in einem rotbraunen Kokon, der zum Teil aus ihren Haaren besteht und überwintert am Stammfuß zwischen den Ritzen. Der nächste Mai kommt bestimmt. (Foto: B.Frank)