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Das pawlowsche Seepferdchen: Sea Life führt ungewöhnliches Fütterungsprojekt durch
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NATUR UND UMWELT | NATUR UND UMWELT
Sonntag, den 25. Juli 2010 um 12:47 Uhr

Oktopus Paul sorgt durch seine unglaublichen Fähigkeiten für weltweite Schlagzeilen. Bei der Wahl zwischen den Muscheln in den unterschiedlichen Behältern ging es ursprünglich um eine von vielen Fütterungsmethoden, damit die Jagd nach Beute für die Tiere auch in Aquarien interessant bleibt.

Die Sea Life Aquarien in Deutschland trainieren aber nicht nur mit Oktopoden, sondern auch mit vielen weiteren bezaubernden Tieren. So wurde nun eine außergewöhnliche „Futterkrippe für Seepferdchen“ eingeführt und erprobt.
Seit einigen Wochen wird in allen acht Sea Life Standorten eifrig trainiert. Ziel ist es, die verschiedenen Seepferdchenarten an einen speziellen Fütterungsort zu gewöhnen. Dafür wurde eine spezielle Futterkrippe entwickelt, in der die Nahrung von oben durch ein Röhrchen hinabsinkt und dann in der Krippe liegen bleibt, wo es von den Seepferdchen nach Bedarf aufgenommen werden kann.
David Garcia, biologischer Leiter im Sea Life Hannover und bundesweiter Projektkoordinator, erklärt: „Seepferdchen sind eigentlich Jäger, die ihre Beute, wie frisch geschlüpfte Salzkrebse und winzig kleine Garnelen, lebend zu sich nehmen. Da manchmal eine Lebendfütterung nicht durchgeführt werden kann, muss in diesen Fällen auf bereits totes Futter zurück gegriffen werden. Die äußerst langsam schwimmenden Seepferdchen können das schnell zu

bodensinkende Futter jedoch oft nicht rechtzeitig erreichen. Die Nahrungsreste landen am Boden, Verschmutzungen die Becken und die Wasserqualität leidet darunter.
Um dies zu vermeiden und auch um die Futteraufnahme der Seepferdchen zu verbessern wurde diese spezielle Konstruktion entwickelt.“
Die Futterkrippe ist ein Acrylrohr, das an der unteren Seite mit einer Platte mit runden Löchern abschließt – ähnlich einer Wählscheibe an Telefonen. In diesen Löchern können sich die Seepferdchen mit ihrem Greifschwanz einhängen und in Ruhe ihre Mahlzeit zu sich nehmen. „Bereits nach den ersten Tagen zeigten die Seepferdchen stetig wachsendes Interesse an ihrer neuen Futterstelle. Wir sind gespannt, ob die Krippe bald auf eine so große Akzeptanz stößt, dass es möglich ist nur noch auf diesem Wege zu füttern“, so Garcia.
Dass Seepferdchen Fische sind, ist oft erst nach genauerem Hinsehen erkennbar. Ihr Kopf erinnert an den eines Pferdes. Ihr Schwanz ist jedoch kein Schweif sondern ein Greifschwanz, mit dem sich die Tiere an Pflanzen und Korallen festhalten können. Aus diesem Grund lautet der wissenschaftliche Name des Seepferdchens auch „Hippocampus“, die Pferderaupe.
Seit vielen Jahren werden in allen Sea Life Großaquarien erfolgreich Seepferdchen nachgezüchtet, da auf Grund der geringen Lebenserwartung von nur ein bis fünf Jahren der Schutz und die Zucht dieser Meeresbewohner besonders wichtig sind.
Im SEA LIFE Speyer sind die Seepferdchen täglich ab 10:00 Uhr zu sehen, die Fütterung findet um 16:00 Uhr statt.
Weitere Informationen zu Sea Life erhalten Sie im Internet unter www.sealife.de