URLAUB UND FREIZEIT

MENSCHEN

LESERBRIEFE

MEIST GELESENE ARTIKEL

NATUR UND UMWELT

WIRTSCHAFT UND ARBEIT

MODE UND LIFESTILE

SOCIAL-BOOKMARKING

Hinzufügen zu: Facebook Hinzufügen zu: Mr. Wong Hinzufügen zu: Webnews Hinzufügen zu: Windows Live Hinzufügen zu: Favoriten.de Hinzufügen zu: Linksilo Hinzufügen zu: Readster Hinzufügen zu: Linkarena Hinzufügen zu: Del.icoi.us Information


 

Serie regionale Tierwelt: Der Walker - eine stattliche Käferschönheit - brauner Krabbler größter Maikäfer
Drucken
NATUR UND UMWELT | NATUR UND UMWELT
Dienstag, den 17. August 2010 um 07:37 Uhr

Von Roland Meinhardt
Zu Max und Moritz’ Zeiten bis in die 50-iger Jahre des letzten Jahrhunderts hat man die braunen Krabbler noch munter von den Bäumen schütteln können. Heute sind Maikäfer eine echte Rarität geworden, vor allem der größte dieser Käferfamilie, der Walker.

 

Da er keinen Stock bei sich hat, wird er auch nur selten mit seinem nächsten Verwandten, dem Nordic- Walker, verwechselt.
Mit seinen 35 mm Körperlänge und seinen weiß gefleckten, rötlich-braunen Flügeldecken macht er schon was her, eine stattliche Käferschönheit.
Vor allem die Männchen mit ihren unverwechselbaren, siebenblättrigen, großen Fühlern beeindrucken den Beobachter. Hier sitzt die „Nase“ des Käfer- Freiers auf Brautschau, mit der er seine Käfer-Traumfrau erriechen kann.
Der Walker zählt zu den geschützten Käferarten und gilt als große Rarität. Mitten in Schifferstadt lebt dieser auffällige Käfer schon seit mehreren Jahren sogar in einem ganz normalen Hausgarten. Seine Larven hausen wie die Engerlinge der bekannten Maikäfer im sandigen Boden. Kaum ein Spatenstich, bei dem man in diesem Mai keine der bis zu 8 cm langen Larven an die Oberfläche befördert hat.
Warum sind die Gartenpflanzen in diesem Jahr eingegangen? Klar, die Walker- Brut im Untergrund hat es sich gut gehen lassen und eifrig an den leckeren Wurzeln geknabbert. Die Engerlinge leben hier im Dunkeln unter der Erde mehrere Jahre, bis es sie nach der Verpuppung ins helle Leben treibt. Um an die Erdoberfläche zu gelangen, graben sich die Neu- Käfer dazu fingerdicke Röhren ans Licht.
Jetzt im Hochsommer ist Flugzeit im Leben der Krabbler. Als ausgeprägter Nachtschwärmer umschwirren die lauten Brummer Straßenlaternen oder andere starke Lichtquellen. Man findet sie dann irgendwann an Häuserwänden oder auf der Strasse, wo sie sehr gerne an den Rinnsteinen senkrecht sitzen.
Walker sind wahrlich keine Gourmets. Mit ein paar harten Kiefernnadeln geben sie sich schon zufrieden, verursachen aber keine wirtschaftlichen Schäden und machen deshalb auch dem Förster keinen Kummer.
Ihr eigentlich typischer Lebensraum sind nämlich warme Kiefernstandorte rund um die Flugsanddünen zwischen Speyer und Dudenhofen, wo die großen Krabbeltiere sich tagsüber in den Baumwipfeln aufhalten.
Erschrecken Sie aber nicht, wenn sie einen Walker mal in die Hand nehmen.
Bei Bedrohung kann der harmlose Bursche nämlich erstaunlich laut zirpen, was das Schifferstadter Exemplar ausgiebig getan hat.
Wenn Sie das mal hören und sehen wollen: Das Internet machts möglich. (Foto: B.Frank)