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'Laufzeitverlängerung für alte Atomkraftwerke nicht hinnehmbar': Junge Mediziner aus allen Erdteilen in Philippsburg - Impulse für Anti-Atomkraft-Initiativen erhofft (MIT VIDEO)
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NATUR UND UMWELT | NATUR UND UMWELT
Montag, den 23. August 2010 um 11:37 Uhr
Einen symbolträchtigen Ort hatten sich die Vertreter der Bürgerinitiative gegen das Atommüllzwischenlager in Philippsburg am Samstag für den Empfang einer Gruppe junger Mediziner aus allen Erdteilen ausgesucht, die derzeit mit dem Rad von Köln aus unterwegs nach Basel sind. Auf einer idyllischen Wiese mit Apfelbäumen, im Hintergrund die weithin sichtbaren Kühltürme des Atomkraftwerks Philippsburg, bewirteten sie die Mitglieder der Tour "Biking against Nuclear Weapons" mit Kartoffelsuppe und Würstchen.

ZUM VIDEO

Erst mit einstündiger Verspätung trafen die jungen Menschen aus Russland, den USA, Indien, Ägypten, Nigeria, Ecuador, Nicaragua, Portugal, den Philippinen, Australien und viele anderen Ländern am Treffpunkt ein, wo sie unter anderem von Jürgen Schall, BI-Sprecher aus Römerberg, der Speyerer Grünen-Stadträtin Irmgard Münch-Weinmann sowie der Speyerer Ärztin und Expertin für Folgen von Verstrahlung, Dr. Waltraud Jobst, empfangen wurden.
Der Sprecher der Gruppe, der Schweizer Roman Sandoz, erläuterte kurz das Anliegen der Aktion in Vorfeld des Weltkongresses der Internationalen Ärzteorganisation gegen die Gefahren der Atomtechnologie (IPPNW), der in dieser Woche in Basel beginnt. Sie wollen den Fokus der Öffentlichkeit darauf richten, dass auch 20 Jahre nach Ende des Kalten Krieges immer noch Atomwaffen in Europa, auch in Deutschland, stationiert sind und eine enorme Gefahr für die Bevölkerung darstellen. Außerdem soll ein Zeichen gesetzt werden gegen die von der Stromlobby geforderte und von der schwarz-gelben Bundesregierung befürwortete Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke.
Sandoz erklärte gegenüber speyer-aktuell, dass die militärische und die zivile Nutzung der Atomenergie nur zwei Seiten der gleichen Medaille seien, für die Menschen gefährlich und deshalb inakzeptabel.
Dieser Meinung schloss sich Jürgen Schall an, der vor allem die Laufzeitverlängerung für solch alte Atommailer wie Philippsburg 1 - entgegen des Ausstiegskonsenzes - für nicht hinnehmbar hält, zumal die Atommüllberge sich noch weiter auftürmen würden. Schall erhofft sich von der Aktion am Samstag neuen Schwung für die örtlichen Anti-Atom-Initiativen. (ks/Foto: ks)