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GESELLSCHAFT UND KIRCHE |
SCHULE-UNI-BERUF
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Samstag, den 24. Juli 2010 um 08:21 Uhr
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Mit dem Fachkongress „MehrWert = Studium/Beruf + Familie“ und der Broschüre „Die familienfreundlichen Hochschulen in der Met-ropolregion Rhein-Neckar“ hat die Metropolregion Rhein-Neckar GmbH (MRN) in der Vergangenheit bereits die Angebote der 21 regionalen Hochschulen zur Vereinbarkeit von Beruf/Studium und Familie unter die Lupe genommen.
Im Rahmen einer Diplomarbeit wurde nun untersucht, inwieweit das Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ in der akademischen Ausbildung gelehrt wird. An acht regionalen Hochschulen wurden hierfür 18 Studiengänge überprüft, die prädestiniert sind, Führungskräfte mit Personalver-antwortung hervorzubringen. Das Ergebnis: Bei zwei Drittel der Studiengänge sind Vereinbarkeitsthemen nicht Bestandteil des Studienplans. „Das Interesse der Hochschulen an einem entspre-chenden Lehrbaustein ist jedoch riesig“, so Alice Güntert, Verfas-serin der Diplomarbeit und heute Projektmitarbeiterin des Forums „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ der MRN GmbH.
Deshalb erarbeitet das Forum „Vereinbarkeit von Beruf und Fami-lie“ derzeit eine Lehreinheit, die angehende Führungskräfte schon während des Studiums umfassend über das Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ informiert und für mehr Familienfreundlich-keit in Unternehmen sensibilisiert. „Unser Ziel ist es, das Thema ‚Vereinbarkeit von Beruf und Familie’ nachhaltig in der Führungs-kräfte-Ausbildung zu verankern“, sagt Bianca Prismantas-Emrich, Leiterin des Forums „Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Das ist auch der Wunsch der Wirtschaft: „Die Vorteile einer famili-enorientierten Unternehmens- und Personalpolitik sind weithin be-kannt. Viele Unternehmen hadern jedoch mit der Umsetzung, da-bei sind es oftmals bereits Kleinigkeiten auf Seiten der Organisation, die berufstätigen Eltern oder Mitarbeitern mit pflegebedürftigen Eltern das Familienmanagement erleichtern können“, berichtet Thomas Bahr, Vorstandsvorsitzender der Heidelberger Lebens-versicherung AG. „Wissenslücken bei den rechtlichen Grundlagen oder fehlendes Know-how bei der praktischen Umsetzung er-schweren in vielen Unternehmen die Einführung familienfreundli-cher Maßnahmen. Deshalb ist es wichtig, den Management-Nachwuchs schon während der Ausbildung mit dem Thema ver-traut zu machen“, ergänzt Dr. Werner Brandt, Vorstandsmitglied des Vereins Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar und Mitglied des Vorstands der SAP AG. Beide Unternehmen unterstützen das Vorhaben sowohl ideell als auch finanziell. Als weiterer Projekt-partner konnte die Heinrich-Vetter-Stiftung gewonnen werden.
Die neue Lehreinheit setzt sich aus zwei zentralen Bausteinen zu-sammen, die sich dem Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Fami-lie in Unternehmen“ aus theoretischer und praktischer Perspektive widmen. Der erste Teil besteht dabei aus mehreren Modulen, die sich abhängig von den Lerninhalten des jeweiligen Studiengangs an die individuellen Bedürfnisse der Hochschulen anpassen las-sen. Vermittelt werden beispielsweise die betriebswirtschaftlichen Effekte familienfreundlicher Maßnahmen, rechtliche Grundlagen oder Gestaltungsmöglichkeiten familienfreundlicher Angebote in Unternehmen. Nach Erarbeitung dieser Grundlagen können Stu-dierende ihr Wissen bei einem Unternehmens-Planspiel anwen-den, das von den Projekt-Sponsoren Heidelberger Leben und SAP mitentwickelt und begleitet wird. An der Hochschule in Ludwigsha-fen wird das neue Angebot erstmals als Pilot zum Wintersemester 2010/11 im Master-Studiengang „International Human Ressource Management“ eingesetzt. Nach erfolgreicher Erprobung soll es dann sukzessive an allen weiteren interessierten Hochschulen der MRN in die Führungskräfte-Ausbildung integriert werden. (spa)
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