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Führungswechsel bei der Evangelischen Heimstiftung Pfalz - Joachim Scheib Nachfolger von Gerhard W. Ritter
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SPEYER | Speyer heute
Dienstag, den 24. Januar 2012 um 15:27 Uhr
Elf Jahre lang war Gerhard W. Ritter Geschäftsführer der Evangelischen Heimstiftung Pfalz, insgesamt hat er seinem Arbeitgeber mehr als 38 Jahre lang die Treue gehalten. Am 27. Januar wird für Ritter der letzte Arbeitstag in der Geschäftsstelle der Heimstiftung im Speyerer St.-Klara-Kloster-Weg sein. Danach beginnt für ihn die passive Phase der Altersteilzeit.

Im Jugendhof Haßloch hatte der gelernte Verwaltungsfachwirt 1973 seine Tätigkeit für die Evangelische Heimstiftung Pfalz begonnen. Nachdem er ab 1974 Verwaltungsleiter im Jugendhof war, wechselte Ritter 1987 in die Geschäftsstelle der Heimstiftung nach Speyer, wo er 1989 zum stellvertretenden Geschäftsführer aufstieg. Am 1. November 2000 wurde er als Nachfolger von Erich Hollerith zum Geschäftsführer der Evangelischen Heimstiftung Pfalz ernannt. In den fast vier Jahrzehnten seiner Tätigkeit hat Ritter aktiv miterlebt, wie die Aufgaben der Heimstiftung kontinuierlich gewachsen sind. Gehörten zu dem diakonischen Träger bei seiner Gründung 1968 sechs Einrichtungen mit 77 Beschäftigten, so beschäftigt die Heimstiftung heute in 15 Einrichtungen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe, der Suchtkrankenhilfe und der Hilfen für Menschen mit Behinderungen fast 900 Mitarbeitende. Die Übernahme und den Aufbau von neuen Einrichtungen zählt Ritter auch persönlich zu den wichtigsten Ereignissen seiner Tätigkeit, so die Wiedereröffnung der Fachklinik Pfälzerwald in Wilgartswiesen-Hermersbergerhof im Jahr 2002 – „mit einem bundesweit quasi einzigartigen Konzept für drogenabhängige Patienten aus der ehemaligen Sowjetunion“, wie Ritter betont. Auch die gerade zum Jahreswechsel vollzogene Übernahme der Fachstellen Sucht in Landau und Neustadt vom Diakonischen Werk Pfalz nennt er in diesem Zusammenhang, habe dadurch doch der Erhalt der beiden Suchtberatungsstellen sichergestellt werden können.
Trotzdem hat Ritter auch die wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht vergessen, als Ende der 1990er Jahre bei der Heimstiftung der Abbau von bis zu 250 Arbeitsplätzen drohte. „Wichtig war, dass wir damals angefangen haben, die Beschäftigten in die betriebswirtschaftlichen Beratungen der Einrichtungen einzubeziehen. Dieses Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge war nötig, um die Schwierigkeiten zu überwinden,“ sagt er im Rückblick. Zugleich wollte Ritter stets das kirchlich-diakonische Profil der Heimstiftung stärken. So gibt es seit 2003 in Zusammenarbeit mit dem Missionarisch-Ökumenischen Dienst der Landeskirche besondere Mitarbeiterseminare. „Unsere Mitarbeitenden sollen die Chance haben, regelmäßig die Grundlagen ihrer Arbeit zu reflektieren und neue Impulse dafür zu gewinnen,“ so Ritter zum Konzept. Für die Zukunft sieht der scheidende Geschäftsführer die Heimstiftung sehr gut aufgestellt. „Dass soziale Leistungen, wie wir sie erbringen, gebraucht werden, steht für mich außer Frage“, sagt er. Die entscheidende Frage sei allerdings, ob Gesellschaft und Staat bereit sein werden, die für die sozialen Arbeiten erforderlichen Gelder zur Verfügung zu stellen.  Für seinen Ruhestand plant der inzwischen 60-jährige den Umzug zurück in seinen Geburtsort Iggelheim. Dort will er sich dann auch ehrenamtlich engagieren. Wie genau, ist allerdings noch offen. Nur eines steht für ihn jetzt schon fest: „Ich möchte viel Zeit mit meinem Enkelkind verbringen und natürlich auch viel mehr als bisher mit der Familie.“
Offiziell verabschiedet wird Gerhard W. Ritter am 23. Februar 2012 im Jugendhof Haßloch. Im Rahmen der Verabschiedung wird ihm als Anerkennung für seinen langjährigen Einsatz im Bereich der Diakonie das Goldene Kronenkreuz des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland verliehen. Ritters Nachfolge tritt zum 1. Februar der bisherige stellvertretende Geschäftsführer der Evangelischen Heimstiftung Pfalz, Joachim Scheib, an. (spa/Foto: privat)

 

 

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