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"Erinnern - gedenken- mahnen. In dieser Reihenfolge gestalteten Schülerinnen und Schüler der Speyerer Gymnasien Hans-Purrmann, Nikolaus-von- Weis und Edith-Stein sowie der Edith-Stein- Realschule die diesjährigen Gedenkfeierlichkeiten für die Opfer der Naziherrschaft am Donnerstagabend in der Heiliggeistkirche. Im bis auf den letzten Stuhl besetzten ehemaligen Gotteshaus - viele Besucher fanden nur noch stehend Platz - sorgten Musikerinnen und Musiker des von Weis-Gymnasiums und ein gemischter Chor für den musikalischen Rahmen der Feierstunde. Neben Oberbürgermeister Hansjörg Eger folgten hohe kirchliche Würdenträger wie Bischof Karl-Heinz Wiesemann, der evangelische Kirchenpräsident Christian und zahlreiche Vertreter der Stadtratfraktionen den Vorträgen der jungen Leute, die in klarer deutlicher Sprache auf dem Podium zuerst die Lage der Amtskirchen in der Zeit des Nationalsozialismus beleuchteten.
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Sie schilderten dabei nicht nur die Rolle der evangelischen Theologen Martin Niemöller und Dietrich Bonhöfer, die sich als Verteter der Bekennenden Kirche der Gleichschaltung auch der Konfessionen widersetzten. Auch der Widerstand der katholischen Kirche denen das (seitens des Regimes nur zu bald gebrochene) Reichskonkordat mit dem Vatikan zunächst institutionelle Selbstverwaltung und das Fortbestehen der katholischen Bekenntnisschulen sicherte, kam über einen längeren Beitrag, bei dem sich Schülerinnen und Schüler abwechselten, ausführlich zur Sprache. Am Beispiel des Berliner Dompropstes Bernhard Lichtenberg veranschaulichten die jungen Speyerer wie einzelne katholische Christen, die den Verfolgten zu helfen versuchten, ihr Engagement aus Nächstenliebe zumeist mit der Einlieferung in ein KZ Lichtenberg und häufig mit dem Leben bezahlten. Ganz besonders hart traf es die Zeugen Jehovas sowie Vertreter der Bibelforscherbewegung. In der Stadt Speyer und im Umland selbst waren es Schwester Petronia Steiner, Pfarrer Heinz Wilhelmi sowie die Nonnen des Klosters St. Magdalena und die Schwestern der Diakonissenanstalt, die vielfältigen Schikanen des NS-regimes ausgesetzt waren, aber unbeirrt an ihrem Glauben und ihrer Überzeugung festhielten. Die Schülerinnen und Schüler gedachten im Anschluss daran gemeinschaftlich mit den Besuchern der Verfolgten, Geschädigten und Getöteten des Nationalsozialismus. Mit mahnenden Worten richtete Oberbürgermeister angesichts neuer rechtsradikaler Greueltaten gerade der letzten Monate einen Appell an alle Demokraten, wachsam zu bleiben. Dazu verlas eine Schülerin die neuesten Berichte über Gewaltexzesse der rechten Szene, berichtete aber im gleichen Atemzug von engagierten Bürgern und Gemeinden, die sich braunen Agitationen, Aktionen und Veranstaltungen erfolgreich widersetzt hatten. Das Speyerer Stadtoberhaupt bekräftigte, auch in Speyer sei es notwendig, ideologisch Verblendeten wie dem "Aktionsbündnis gegen das Vergessen"" mit seinen subtilen Versuchen, die Demokratie zuuntergraben, deutlichen Widerstand entgegenzusetzen. Eger hob in diesem Zusammenhang die Arbeit des Bündnisses für Demokratie und Zivilcourage hervor und betonte die Bedeutung, sich für ein tolerantes Miteinander in der Stadt einzusetzen. Dafür stehe auch der Neubau der Synagoge Beith Schalom. Er dankte den jungen Bürgerinnen und Bürgern und dem Organisationsteam wie Lehrern und der Chorleitung. Diese hätten mit dem Gestalten der Feier ein sichtbares Zeichen gesetzt. Besonders freue er sich auch diesmal über die Rolle der Schulen. Durch deren selbstlosen Einsatz werde das Geschichtsbewußtsein der Jugend geschärft.
Der Feier folgen zwei Ausstellungen vom 28. Januar bis 9. Februar in der Heiliggeistkirche unter den Titeln "Kreuz unterm Hakenkreuz" - antiklerikale Karikaturen aus der Nazizeit und "Pater Ingert Naab- Prophet wider den Zeitgeist". Zwei Redevorträge über Pater Naab am 01. Februar sowie über "Widerstand oder Anpassung - Kirchen und Nazionalsozialismus in der Pfalz" am 08. Februar runden das Programm ab. (da/Foto:olk)
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