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KURPFALZ |
UEBERSICHT KURPFALZ
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Montag, den 27. Juni 2011 um 14:07 Uhr
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Unter dem Titel „Schwetzingen Kurfürstliche Residenz“ reichte das Land Baden-Württemberg gemeinsam mit der Stadt Schwetzingen im Januar 2010 einen Antrag auf Aufnahme in die UNESCO Welterbeliste ein. Zurzeit wird der Antrag geprüft und steht im Sommer 2012 zur Entscheidung. Ein Kriterium, auf den sich der Antrag stützt, ist die Bedeutung der Sommerresidenz als ein „außergewöhnliches Zeugnis einer untergegangenen Kulturtradition“. Dank der großzügigen Förderung des Musik liebenden Kurfürsten Carl Theodor entwickelte sich am kurpfälzischen Hof ein reichhaltiges, erstklassiges Musikleben, das seinesgleichen in Europa suchte. Christian Friedrich Daniel Schubart bezeichnete den Hof als das „musikalische Athen der Deutschen“. Das Hoforchester galt den Zeitgenossen sogar als das Beste in ganz Europa.
Größe, Disziplin, hohes spieltechnisches Vermögen, eine leistungsorientierte moderne Organisation und die Tatsache, dass es in keiner anderen Hofkapelle der Epoche mehr Komponisten und Virtuosen in einer Person gab, begründeten ihren legendären Ruf. Diese Epoche ging bislang mit dem Begriff „Mannheimer Schule“ einher. In der jüngsten Forschung ist dagegen eher die Rede von der „Kurpfälzer Schule“, da sich das Hoforchester von Mai bis Oktober zusammen mit dem kurfürstlichen Hofstaat in der Schwetzinger Sommerresidenz befand. Ein erster Schritt, das moderne Schwetzingen erneut als Zentrum der Hofmusik zu etablieren, war die Verlegung der „Forschungsstelle Südwestdeutsche Hofmusik“ nach Schwetzingen im Januar 2011. Die Forschungsstelle gehört der „Heidelberger Akademie der Wissenschaften“ an, die Kurfürst Carl Theodor 1763 gründete. Fortan wird das Palais Hirsch am Schlossplatz nicht nur die Forschungsstelle, sondern auch die umfassende Sammlung der südwestdeutschen Hofmusik beherbergen. Der nächste Schritt ist, die Kompositionen der Kurpfälzer Schule wieder zum Klingen zu bringen, wofür das „La Folia Barockorchester“ gewonnen werden konnte. Unter dem Titel „Orchestra in Residence“ hat das Orchester seit 2011 seine neue künstlerische Heimat in Schwetzingen. Das Orchester besteht aus jungen Musikern, die allesamt Preisträger internationaler Wettbewerbe sind. Es hat sich seit der Gründung 2007 auf die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts spezialisiert. Mit dem Wissen um die Aspekte der historisch informierten Aufführungspraxis und der Benutzung des originalen Instrumentariums dieser Zeit wird sich das LFBO vor allem auch dem reichhaltigen musikalischen Erbe der Region widmen. Es ist dem LFBO ein besonderes Anliegen, die musikalische Tradition des Hofes von Kurfürst Carl Theodor wiederzubeleben. In Kooperation mit der „Forschungsstelle Südwestdeutsche Hofmusik“ wird das LFBO die Konzertreihe „Faszination Hofmusik“ veranstalten. Somit hat Schwetzingen ab 2011 ein eigenes Orchester mit einem ganzjährigen, regelmäßigen Spielbetrieb. Mehr Infos unter www.lafolia.eu und http://www.hof-musik.de/ (spa)
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