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'Teststrecke': Erste 20 LED-Straßenleuchten in Hockenheim - Nur 18 Watt Stromverbrauch - 100.000 Stunden Brenndauer garantiert
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KURPFALZ | UEBERSICHT KURPFALZ
Freitag, den 02. September 2011 um 06:55 Uhr
Dass Hockenheim mit dem Ring eine beliebte Teststrecke für Fahrzeuge aller Art besitzt, ist bekannt. Seit kurzem gibt es aber eine weitere Teststrecke – und zwar für die Straßenbeleuchtung. Über dem Fußweg zwischen Contistraße/Alex-Möllerstraße und Waldstraße brennen seit kurzem 20 Leuchten mit moderner LED-Technik. „Mit dieser Teststrecke wollen wir unsere Erfahrungen auf dem Gebiet der LED-Technik erweitern und Rückschlüsse ziehen, ob sich diese neue Art der Straßenbeleuchtung für Hockenheim lohnt“, so Oberbürgermeister Dieter Gummer.

„Die Entwicklung bei LED-Straßenleuchten ist in den vergangenen zwei Jahren rasant verlaufen. Die Kosten für die Leuchten haben sich verringert, die Qualität ist gestiegen. Deshalb haben wir uns entschieden, dass es nun Sinn macht, die Technik auch hier in Hockenheim zu testen“, erklärt Reinhard Brenner, Elektromeister bei den Stadtwerken Hockenheim. Zusammen mit dem Bauamt der Stadt haben er und sein Team die neue Leuchten installiert.
Für die jetzige Teststrecke zwischen Contistraße/Alex-Möllerstraße und Waldstraße habe man sich entschieden, so Stadtbaumeister Stulken, weil hier sowieso ein Ersatz der bisherigen Leuchten angestanden hätte. Derzeit sind von den rund 3.000 Straßenlaternen in Hockenheim noch einige mit alten HQL–Lampen, also Quecksilberdampflampen, ausgestattet. Da diese jedoch wegen des Quecksilber-Gehaltes nur noch bis 2015 lieferbar sind, habe man sukzessive in den vergangenen Jahren in Hockenheim schon auf die erprobte Technik der NAV-Lampen, der Natriumdampfhochdrucklampe, umgerüstet, die an dem gelben Licht zu erkennen sind.
Schon die NAV-Lampen sind im Vergleich zu den alten HQL-Lampen wesentlich energieschonender. Bei gleicher Lichtleistung konnten die Watt-Zahlen um etwa ein Drittel reduziert werden. Die LED-Beleuchtung soll gegenüber der gelben NAV-Lampe ebenfalls eine Ersparnis um ein weiteres Drittel bringen.
Die neuen LED-Leuchten, so die Überlegungen, sollten zunächst in einem reinen Wohngebiet getestet werden, nicht im viel befahrenen Straßenbereich. Ausgestattet sind die LED-Leuchten der Teststrecke mit durchschnittlich 18 Watt. Der Anbieter der Lampen, für den man sich in Hockenheim entschieden hat, bietet eine Garantie für die Brenndauer von zirka 100.000 Brennstunden oder rund 20 Jahre.
„Da es bisher keine Langzeiterfahrungen mit LED-Leuchten bei Städten und Kommunen gibt, war uns diese Garantie wichtig“, so Brenner. Im Schnitt brennen die Lampen jährlich ca. 4.000 Stunden.
Ganz so problemlos wie das Auswechseln von defekten Leuchtmitteln bei den derzeitigen Straßenlampen ist das bei der neuen LED-Technik allerdings nicht. Denn Leuchte und Lampe sind bei der LED-Technik aufeinander abgestimmt. Bei der Auswechslung, die bisher bei der konventionellen Technik in der Regel alle vier Jahre ansteht, muss bei der LED-Technik das gesamte Elektromodul ausgetauscht werden. Denn Leuchten und Lampen von verschiedenen Herstellern sind derzeit nicht kompatibel.
Durch diese Verschmelzung von Leuchte und Lampe bei der LED-Technik bindet man sich wesentlich stärker an einen Lieferanten. Zwar werden inzwischen Umrüstsätze angeboten, bei denen man LED-Leuchten in bereits vorhandene Straßenlaternen einbauen könnte. Bei den Straßenlaternen in der Innenstadt in Hockenheim zum Beispiel wäre dies aber nur sehr schwer möglich wegen der besonderen Mastform.
Die Anschaffung der LED-Leuchten, so die Planung bei der Stadt, soll sich in einigen Jahren durch die Energieeinsparung gerechnet haben. Dann lässt sich auch abschätzen, wie der Aufwand bei Wartung und Reparatur zu bewerten ist. Neben den eigenen Erfahrungen, so Brenner, beobachte man zudem den Markt sehr genau. Das Tempo bei den Innovationen sei enorm. Die Teststrecke, da sind sich Brenner und Stulken einig, kommt genau zum richtigen Zeitpunkt: Sollte die Zukunft der Straßenbeleuchtung in der LED-Technik liegen, dann habe man einen ersten wichtigen Schritt getan, um nun in der Praxis zu testen. (spa/Foto: Privat)