"Das Thema 'Energiewende' ist nach unserer Einschätzung keine Eintagsfliege und deshalb wollen wir ein Informationsforum für Bürger, Vereine und Firmen schaffen", begründete der Leiter der Hockenheimer Filiale der Sparkasse Heidelberg, Michael Greul, die Initiative "Energie Forum Hockenheim", mit der die Bank und die Stadtwerke Hockenheim ihren Beitrag zur Energiewende leisten, wichtige Impulse und Anstöße geben wollen. "Wie wir aus Umfragen wissen spielt das Thema Umwelt für die Bevölkerung eine große Rolle und auch für die Sparkasse mit ihren vielen Gebäuden ist Energieeffizienz ein wichtiger Faktor", pflichte Sparkassen-Regionaldirektor Erik Schnatterer seinem Kollegen bei.
Ziel sei es, Bürgern, Vereinen und Firmen eine Plattform für Informationsaustausch zu bieten und Initiativen zu erneuerbaren Energien zu schaffen, wobei in der Startphase die Fotovoltaik im Zentrum der Überlegungen stehe. Zwar hätten Stadtwerke und Sparkasse die Initiative ergriffen, aber das Ganze soll auf eine breite Basis gestellt, die bei den Bürgern vorhandene Kompetenz genutzt werden. Das erste Energieforum findet am Dienstag, 22. September, 19 Uhr, in der Sparkassenfiliale in der Unteren Hauptstraße statt. Jährlich seien ein bis zwei Veranstaltungen dieser Art geplant, so Schnatterer.
Im Übrigen habe die Sparkasse ein spezielles Kompetenzcenter Erneuerbare Energien, denn Nachhaltigkeit müsse auch beim Kunden landen und diese Kunden erwarteten klare Finanzierungskonzepte. Man habe 2010 Kredite für Fotovoltaik-Anlagen in Höhe von 28,5 Millionen Euro vergeben, unterstrich Fachberater Armin Gutschek die ökonomische Bedeutung dieser Sparte.
"Wir haben uns im Vorfeld mit Bürgern getroffen, um gemeinsam neue Ideen zu entwickeln und sind dabei auf große Resonanz gestoßen", so Stadtwerke-Chefin Martina Schleicher. Eine wichtige Rolle in diesem Prozess spiele der neu geründete Verein "Solardrom".
2011 wurde Solardrom von Mitgliedern der Lokalen Agenda Hockenheim ins Leben gerufen mit dem Ziel, Bürgersolaranlagen zu fördern und Hockenheim zu 100 Prozent Erneuerbaren Energien zu führen.
Auch für die Stadtwerke Hockenheim, ein hundertprozentiger Eigenbetreib der Stadt, sei nach Fukushima klar gewesen, möglichst schnell den Weg vom (Atom)-Graustrom hin zu grünen erneuerbaren Energien zu gehen. Derzeit werde in der Stadt Solarstrom produziert, der für etwa 3.000 Haushalte ausreiche, wusste Schleichers Stellvertreter Erhard Metzler.
Zukünftig gebe es für die Stadtwerke neben den Solarstrom auch andere Optionen wie Biogas, Abwärme, Blockheizkraftwerke oder Beteiligungen an Windkraftanlagen, stellte Schleicher klar.
Beim ersten Energieforum am 22. September werden drei Kurzvorträge geboten. Außerdem wird es drei Messestände geben, unter anderem vom Naturschutzbund (Nabu) und Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). (ks/Foto: ks)
|