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Montag, den 06. September 2010 um 17:32 Uhr
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Von Klaus Stein
Die CDU-FDP-Bundesregierung knickt heute mit ihrem Beschluss vor der mächtigen Energielobby ein, ohne Not den von der Vorgängerregierung unter Kanzler Schröder mit der Energiewirtschaft vertraglich vereinbarten Ausstieg aus der Stromerzeugung durch Atomkraftwerke wieder rückgängig zu machen. "Was betrifft uns das hier in Speyer?", wird so Mancher sich fragen.
Die Antworten liegen auf der Hand, denn in nur sieben Kilometern Luftlinie Entfernung von der "Wohlfühlstadt" befindet sich mit dem Atommailer "Philippsburg I" eines der ältesten Atommonster Deutschlands, in dem sich der radioaktive Müll seit Jahren stapelt. Einer der Gründe für die Ausstiegsentscheidung, nämlich die Frage wohin mit den strahlenden Abfällen aus den Atomkraftwerken? gilt heute noch unverändert, denn eine verantwortbare Lösung des Problems, mit dem sich vermutlich die kommenden 100 Generationen nach uns ebenfall werden rumschlagen müssen, ist nicht in Sicht.
Hinzu kommt, dass trotz des Versuchs, das eindeutige Ergebnis einer Kinderkrebsstudie, die einen deutlichen Zusammenhang zwischen Atomkraftwerken und gehäuft vorkommenden Krebserkrankungen bei Kindern belegt, zu vernebeln, ist an den Fakten nicht zu rütteln.
Auch haben Studien des "Bund für Umwelt und Naturschutz" Deutschland (BUND) und den Grünen durch von der Atomlobby unabhängige Wissenschaftler ergeben, dass bei Laufzeitverlängerungen von Atomkraftwerken sich das Störfallrisiko massiv erhöht. In der BUND-Studie wird als solches Risikokraftwerk "Philippsburg I" ausdrücklich genannt.
Hinzu kommt, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien durch den Atombeschluss gebremst wird. Dabei sind es gerade diese modernen Technologien, die in den vergangenen zehn Jahren für Tausende zusätzlicher Arbeitsplätze gesorgt haben.
Die Rechnung geht nur für die Energiemultis auf, egal wie viel Brennelementesteuer RWE oder EnBW in den kommenden Jahren zahlen sollten, denn die Zeche zahlen letztendlich alle Bürger in Form von Atommüll, Strompreisen und krebskranken Kindern.
Der Berliner Koalitionsbeschluss ist ein Sieg der Geldgier über die Interessen der Menschen.
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