Äußerlich beeindruckend wirkt sie schon, die Orgel der Dreifaltigkeitskirche über dem Alter. Doch sie ist in ihrem Innenleben während ihrer langen, bewegten Geschichte ganz schön in die Jahre gekommen und technisch überaltert. Laut Pfarrerin Christine Gölzer, ist die "eigenwillige Dame" immer wieder für Überraschungen gut, so dass es naheliegt, im Zuge der Innenrenovierung, wenn das Instrument abgebaut werden muss, auch die Renovierung der Orgel anzugehen. Die Denkansätze der Kirchengemeinde erstrecken sich in Abhängigkeit von der Kostenfrage von der Ideallösung Barockorgel bis hin zu einer günstigeren Variante. Welcher Orgelbautyp letztlich seine Heimat in Dreifaltigkeit finden wird - einen ordentlichen Obolus werden die Rotarier der Domstadt beisteuern, deren Mitglied Professor Leo Krämer, künstlerischer Leiter des Palatia Classic Festivals, die Idee dazu hatte, den Reinerlös des 15. Galakonzerts eben für dieses Orgelrenovierungskonzept zu verwenden.
Hierzu wird das "hauseigenes Emsemble" am 27. Januar um 20 Uhr unter seiner musikalischen Leitung einen wohl erneut ausverkauften Galaabend erster Güteklasse präsentieren. Das Palatia Classic Barock Ensemble, das Palatia Classic Vocal Ensemble sowie das Palatia Classic Brass Ensemble spielen dazu Werke von Claudio Monteverdi, G. P. da Palestrina, Jean Baptiste Lully, Hans Leo Hassler, Antonio Vivaldi, Johann Pachelbel und Giovanni Gabrieli. Für denerkrankten Solisten Robert Frank (Violine) und für Laura Vukobratovic, (Trompete) die zum Konzerttermin für einen kranken Musiker am Nationaltheater Mannheim einspringen muss, fand Professor Krämer aufgrund seiner guten persönlichen Kontakte mehr als hochklassigen Ersatz. So werden die beiden noch jungen, aber bereits weltbekannten Trompeter Bassan Mussad ( Solotrompeter im Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin) und Andrè Schoch (Solotrompeter im Gewandhausorchester Leipzig) in einem Konzert für zwei Trompeter das Publikum auf ihren Instrumenten ergötzen. Außer den beiden Trompetenvirtuosen spielt die in ganz Europa gefragte Konzertflötistin Ingrid Paul Werke von Antonio Vivaldi. Wie immer, wenn Palatic Classic sein barockes Feuerwerk abbrennt, wird dasselbe durch venezianische Mehrchörigkeit kontrastiert. Krämer, ehemaliger Speyerer Domkapellmeister, versprach anlässlich einer Presekonferenz am Dienstagmorgen in den Räumen von Mitsponsor Hotel Löwengarten, die 50 Mitwirkenden des Ensembles auf den Emporen so zu gruppieren, dass ansprechende Klangverhältnisse gewährleistet sind. Die Dreifaltigkeitskirche, gemäß seinem Wortlaut "der Konzertsaal Speyers" bietet in der Spielpause nach der Hälfte der Veranstaltung einen Sektstand zur Erquickung der Besuchergaumen. Natürlich stehen die Clubmitglieder wieder in der Pflicht als Organisatoren und verrichten jede Menge Helferdienste, sagte Thomas Grebner, Cheforganisator bei Rotary. "Wir möchten mit dem Konzert einen Beitrag zur Modernisierung der Orgel leisten. Es ist uns ein besonderes Anliegen, dass die Kirche nicht nur in ihrer Gesamtheit renoviert wird. Dies soll auch die Orgel mit einbeziehen", versicherte Hartmut Metzger, Präsident von Rotary Speyer.
Galakonzert 2012, Dreifaltigkeitskirche Speyer
Freitag , 27. Januar
Beginn: 20 Uhr
Der Eintrittspreis beträgt 20 Euro. Karten sind im Vorverkauf bei der Tourist-Info Speyer, in der Buchhandlung Oelbermann sowie an der Abendkasse erhältlich. (spa/Foto:ks)
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