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Die Speyerer Bürgerzeitung "DURCHBLICK" war von Beginn an darauf ausgelegt, möglichst viele Menschen einzubinden, sei es als Autoren, Helfer und auch bei der Finanzierung. Menschen die mithelfen wollen, eine demokratische, nicht ausschließlich an Profitinteressen orientierte, parteipolitisch neutrale und konzernunabhängige Lokalzeitung auf Dauer zu etablieren. Einer dieser Personen ist Gerd Humbert, Jahrgang 1960 verheiratet, Vater zweier Töchter im Alter von 14 und 19 Jahren, parteilos, Referent für Männerbildungsarbeit (www.maennernetzpfalz.de) und Gleichstellungsbeauftragter der Evangelischen Kirche der Pfalz. Er ist der Sprecher eines etwa 50-köpfigen Unterstützerkreises für den "DURCHBLICK". Wir sprachen mit ihm über sein Motiv, sich für eine unabhängige Zeitung einzusetzen.
Frage: Herr Humbert, was waren Ihre Gründe, sich für eine Zeitung wie den "DURCHBLICK" zu engagieren?
Antwort: "Als aufmerksamer Beobachter und Zeitungsleser wurde mir in den vergangenen Jahren zunehmend bewusst, dass die Zeitungslandschaft immer ärmer wird, in vielen Regionen Deutschlands, ganz besonders in der Pfalz, sich im Bereich der Regional- und Lokalzeitungen so etwas wie Monopole gebildet haben. So haben wir es bei uns mit einem großen Medienkonzern aus Ludwigshafen zu tun, der im Laufe der Jahrzehnte praktisch alle nennenswerten Zeitungen in der Pfalz unter sein Dach bekommen hat. Die Menschen haben kaum noch eine Möglichkeit gegenzulesen, ob das, was in den Zeitungen des Konzerns an Meinung verbreitet wird, auch tatsächlich so stimmt. Ich halte es aber für wichtig, dass die Presse auch vor Ort, wo sich das Leben der Menschen abspielt, frei, unabhängig, objektiv und ausführlich über die Geschehnisse informiert.
Klaus Stein, der seit sieben Jahren die Internetzeitung speyer-aktuell herausgibt, schien mir der richtige Partner zu sein, das Projekt einer solchen Zeitung in die Tat umzusetzen. Bei speyer-aktuell hat er schon bewiesen, dass er Durchhaltevermögen hat, gehört er doch in Rheinland-Pfalz zu den Pionieren einer konzernunabhängigen Internet-Lokalzeitung.
Frage: Wie sieht die Unterstützung konkret aus?
Antwort: Jeder kann sich nach seinen Möglichkeiten einbringen. So haben wir Mitstreiter, die jeden Freitag in der Redaktion frisch gedruckte Zeitungen abholen und dort verteilen, wo es die Vertriebsfirma nicht leisten kann, beispielsweise in Seniorenheimen, Gaststätten, Krankenhäusern oder Arztpraxen. Dadurch wird gewährleistet, dass der "DURCHBLICK" fast alle Speyerer erreicht. Andere wie Michael Stephan mit seinen Reisetipps liefern redaktionelle Beiträge. Ganz wichtig ist auch die finanzielle Unterstützung, denn es bedarf eines deutlich sechsstelligen Betrags zur Anschubfinanzierung, um eine neue Zeitung zu etablieren.
Frage: In welchem Rahmen kann man sich beim "DURCHBLICK" finanziell einbringen?
Antwort: Da gibt es zwei Möglichkeiten: zum einen gibt es ein Förderabo bei dem Unterstützer sich verpflichten, monatlich mindestens 15 Euro zu bezahlen, wobei auch ein höherer Betrag möglich ist. Wer finanziell etwas mehr beitragen kann und will der hat die Möglichkeit, im Rahmen der Unterstützergruppe größere Beiträge einzuzahlen. Ziel ist es, die derzeit im Rahmen einer Kommanditgesellschaft verwalteten Zeitung in eine Genossenschaft umzuwandeln. Es gibt da einige Modelle in Deutschland, wobei die in Berlin beheimatete "Tageszeitung", kurz "TAZ" genannt, wohl das bekannteste ist. Die TAZ-Genossenschaft hat fast 12.000 Mitglieder, die über 15 Millionen Euro Eigenkapital eingebracht haben. Da bestimmt nicht ein Verleger darüber, wie die Geschäftspolitik aussieht, sondern alle Mitglieder haben im Rahmen eines demokratischen Mitbestimmungsprozesses Einfluss darauf. Das streben wir, natürlich alles etwas bescheidener, auch für den "DURCHBLICK" an.
Frage: An wen können sich Interessenten wenden?
Antwort: Sie können sich direkt an mich wenden, denn als Sprecher des Unterstützerkreises koordiniere ich die Unterstützungsaktionen. Ich möchte ausdrücklich betonen, dass sich alle Privatpersonen beteiligen können, wir offen sind für Jedermann.
Das Gespräch führte Rolf Dammel.
Kontakt:
Gerd Humbert
Mittelsteg 2
67346 Speyer
Mail:
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Tel: 0170-2158253
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