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Bei rund 1000 Gästen, die sich zum Neujahrsempfang in der Stadthalle dicht gedrängt versammelt hatten und gegenseitig rege Grüße und Glückwünsche austauschten, hatte es das Saalorchester des Gymnasiums am Kaiserhof unter Leitung Friedrich Burkhardts nicht gerade einfach, mit seinen ausgezeichneten musikalischen Begleitvorträgen bis in die hinteren Reihen durchzudringen. Dazu bedurfte es zumindest einer wohlgemeinten Bitte des Stadtoberhauptes, kurz vor Beginn der Ansprache. Eger sprach bei seiner Begrüßung ganz besonders den ehrenamtlich Tätigen unter den Besuchern seinen Dank aus. In dem ausführlichen Redebeitrag ging der OB in einem Rückblick auf die herausragenden Ereignisse des abgelaufenen Jahres ein. Dieses sei vor allem durch das glanzvollen Salierfeierlichkeiten geprägt worden. Auch das europäische Mittelstädte-Symposium sowie das Bürgerfest im Rathaus habe positive Resonanz erzeugt. Als wichtige Meilensteine bezeichnete Eger den in die Gänge gekommenen Bau der Postgalerie, den Neubau der Synagoge Beith Schalom und das neue Judoleistungszentrum, zu dessen Entstehen die Stadt einen großen finanziellen Beitrag aus eigenen Mitteln beigetragen habe.
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Das Thema Bürgerbeteiligung habe sich zu einem wichtigen Anliegen für ihn und die Verwaltung entwickelt. Ziel sei gewesen, die Speyerer Bürgerschaft über die geplanten Vorhaben der Verwaltung besser zu informieren und aufzuklären. Beispiele seien seine Besuche auf dem Normand-Gelände, die Gespräche zum Verkehrsentwicklungsplan Speyer-Nord und auf dem Berliner Platz im Westen. Danneben der Meinungsaustausch im Zusammenhang mit dem Umbau des Guido-Stift- Platzes sowie andere Treffen dieser Art. Natürlich stelle die Komplexität der Aufgabenbereiche eines Oberbürgermeisters ihn persönlich ständig vor neue, große Herausforderungen.
Obgleich er für die Bürgerinnen und Bürger stets ein offenes Ohr habe, könne er den Wünschen und Postulaten aufgrund rechtlicher und gesetzlicher Anforderungen nur einen angemessenen Interessenausgleich entgegensetzen. Nicht selten forderten Einzelne oder auch Parteien im Rat von ihm und dem Amt Unmögliches. Bisweilen käme dies alles einer Quadratur des Kreises gleich. Die Kolleginnen und Kollegen des Stadtrates forderte Eger auf, sich künftig sachorientierter ihren Aufgaben zu stellen und ihre Partei - beziehungsweise Fraktionsinteressen hintenanzustellen. Er wünsche sich für die zukünftige Arbeit ein neues Miteinander, eine neue Gemeinsamkeit beim Stellen der Weichen hin auf die richtige Strecke. Als wichtigstes Ziel des neuen Jahres formulierte Eger dabei den Schuldenabbau zum Sichern einer wirtschaftlichen Handlungsfähigkeit. Dazu zähle auch Bund und Land in punkto Konnexitätversprechen in die Pflicht zu nehmen. Weitsicht und Sorgfalt erfordere die Zukunft der Nutzung freiwerdender Konversionsflächen nach dem Bundeswehrabzug, der ÖPNV vor seiner Neuausschreibung und der Verkehrsentwicklungsplan. Dazu käme die Bereitschaft, sich mit Besonnenheit einer wachsenden Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen auseinanderzusetzen, ohne das Stadtzentrum gleich in einen Sperrbezirk verwandeln zu müssen. Auch den 106 Konfliktstellen im Straßenverkehr, dem Feuerwehrbedarfsplan sowie dem Woogbachprojekt müsse Rechnung getragen werden. Es gelte außerdem überflüssige Baustellen zu vermeiden, den Tourismus und das damit eng verknüpfte Stadtmarketing zu fördern sowie die kulturelle Vielfalt Speyers zu sichern und den Dialog mit den Partnerstädten zu vertiefen. Der OB würdigte im Rahmen seiner Neujahrsrede die Bedeutung und Arbeit in der Kinderbetreuung für die Stadtentwicklung. Derzeit betreuten 404 Erzieherinnen und Erzieher 2310 Kinder in 26 Einrichtungen, die mit viel Eifer und hohem Engagement arbeiteten. Damit sei Speyer führend in Rheinland-Pfalz hinsichtlich der Betreuungsquote. Die Stadt, die im vergangenen Jahr 8,5 Euro in Neu, -Umbauten dazu in Personal investiert habe, werde nicht nachlassen, diese Quote weiter zu verbessern. Eger bat die Leiterinnen und Leiter der Kitas auf die Bühne und bedachte sie mit einem Buchpräsent. Darüber hinaus bat Eger die Besucher um reichlich Spenden für den Speyerer Tierschutzverein, dessen Engagement in diesem Jahr beim Neujahrsempfang im Fokus stand. Das Saalorchester des Gymnasiums am Kaiserhof gab den musikalischen Rahmen in der von der Stadtgärtnerei mit Frühlingsblüten geschmückten Stadthalle. Ein Team der Stadtverwaltung sorgte wie immer für das leibliche Wohl. Beim Getränkeausschank im Foyer fand sich für die Gäste anschließend ausreichend Gelegenheit zur Konversation. (da/Foto:Olk)
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