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Rudern: Der Achter, die Königsklasse der Ruderer, hat auch bei der Rudergesellschaft Speyer große Tradition
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SPORT | Wassersport
Dienstag, den 10. Januar 2012 um 09:11 Uhr
von Angelika Schwager
Wer kennt es nicht, das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes, den Achter. Gerade in den letzten Jahren fieberten Ruderer und Nichtruderer mit, wenn der "Deutschland-Achter" bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen an den Start ging. Und die Erfolgsserie ist gerade jüngst beeindruckend: Sieg folgt Sieg folgt Sieg. Die Geschichte im Achterrudern der Rudergesellschaft Speyer ist eine sehr wechselvolle. Am 13. August 1911 wurde der erste Achter, ein Gig-Achter, in Dienst gestellt werden, nachdem ein Spendenaufruf des damaligen Vorsitzenden Gustav Geyer anlässlich der Generalversammlung sehr erfolgreich verlaufen war. Im Ruderjahr 1912 wurden mit dem neuen Achter in 30 Fahrten 380 km zurückgelegt. Erst 1929 konnte dank freiwilliger Spenden der aktiven Mitglieder ein neuer Rennachter gekauft werden.

Der erste Achtersieg datiert aus dem Jahre 1930. Die Regatta in Karlsruhe brachte den ersten Sieg in der Königsklasse für eine RGS-Vereinsmannschaft. 1934, dem Jahr der Gründung der Ruder-Damen-Abteilung, wurde der zweite Achter, die "Westmark", angeschafft. Die dritte Anschaffung eines Achters erfolgte 1954 für den damals sehr stolzen Betrag von DM 8200.-. Der Renn-Gig-Achter "Reffenthal" tut heute - nach einigen Restaurationen - noch seinen Dienst, selbst bei Ausfahrten auf den Rhein.
In den Jahren danach verfügten wir leider nicht über einen konkurrenzfähigen Achter. Diesem Manko wollten dann 1982 einige ehemalige Rennruderer mit ihrer "Achterinitiative" Abhilfe leisten. Das Jahr 1982 fällt auch zusammen mit dem langsamen Beginn des Veteranen- oder AH-Ruderns, neudeutsch Masters-Rudern in der RGS. Die Achterinitiative wurde mit dem Ziel gegründet aus Spendenmitteln einen Rennachter zu beschaffen, das gelang: Spenden von über DM 20.000.- kamen zusammen. Alle Spender wurden zum 100jährigen RGS-Jubiläum zu Sekt und Brezeln eingeladen. Außerdem erhielt jeder Spender einen Kunstdruck. Mit dem Achter "Sursee", ein zuvor vom rumänischen Frauennationalteam gerudertes WM-Boot, konnten schöne Siege eingefahren werden. Eine Beschädigung bei einem Transportunfall 1989 war so schwerwiegend, dass der beschädigte Kunststoff-Achter "Sursee" nicht mehr repariert werden konnte, sondern gegen den ebenfalls gebraucht erworbenen Holz-Rennachter „Sursee II“ eingetauscht werden musste. Heute sind die Rennsportler bereits im Achter „Sursee III“ unterwegs.
81 Jahre nach dem ersten Regattasieg im Achter konnte die RGS 2011 gleich neun Siege in der Königsklasse, allesamt von einer reinen Vereinsmannschaft errungen, verbuchen. Dies ist in Zeiten der Formation von mehr und mehr Renngemeinschaften sicherlich sehr beachtlich.
Insgesamt zeigt unsere Statistik 120 Achtersiege, davon 55 Siege einer reinen RGS-Mannschaft und 65 in Renngemeinschaften errungene Erfolge. Die 120 Erfolge setzen sich zusammen aus 56 Männer-, 50 Masters-, zehn Junior-, 2 Senioren-Mixed-Achtersiege sowie je ein Jungen-und ein Jungen-und-Mädchen-Mixed-Achtersieg.
Die neun Achter-Erfolge 2011 wurden bei den Regatten in Mühlheim im Masters-Achter C, in Limburg im Männer-Achter (OFF 8+), im Masters-Achter B (2 Siege), Masters-Achter C, Masters-Achter D, in Großauheim 2 Siege im Männer-Achter (OFF 8+) und im Masters-Achter in Trier errungen.
In der Geschichte des RGS-Achter-ruderns auf Regatten können bereits 34 Rennruderer auf fünf oder mehr Erfolge zurückblicken.