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WM-Kolumne: Schrat im Designeranzug - Maradona erschüttert, schockiert und fasziniert - WM Bühne für eine extreme Persönlichkeit
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SPORT | WM-SPEZIAL
Mittwoch, den 30. Juni 2010 um 06:39 Uhr


 

Von Klaus Stein
Er erschüttert, schockiert uns, aber er fasziniert uns auch - Argentiniens durchgeknallter Hobbit auf dem Posten des Nationaltrainers - Diego Armando Maradona. Wie ein Schrat im Designeranzug, wie die Karikatur eines Nationaltrainers kommt der als Fußballer ehemals begnadete "Spieler des (vergangenen) Jahrhunderts" in der Coachingzone rüber.

In seinem irgendwie zu groß wirkenden Anzug sieht er aus wie ein Kind, das einen Erwachsenen spielt, und das ist der inzwischen 50-jährige wohl auch, obwohl ihm bereits zu Lebzeiten Denkmäler gesetzt wurden, etwa in Mexico für sein „WM-Tor des Jahrhunderts“ am Eingang des Aztekenstadions.
In jedem Fall ist er derjenige aus dem argentinischem Team, dem die Medien die größte Aufmerksamkeit schenken - er stiehlt seinen Kickern weitgehend die Show. An Maradona scheiden sich die Geister: Die Argentinier finden ihn mehrheitlich göttlich, der Rest der Welt überwiegend peinlich.
Die WM in Südafrika ist auch die Maradona-Show, die Bühne für eine extreme Persönlichkeit, ob als Fußballer oder als Nationaltrainer. Genießen wir die wohligen Schauder, die uns über den Rücken laufen, wenn wir Maradona auf den Fernsehschirmen sehen - zumindest noch bis Samstag wenn es nach dem Spiel gegen Deutschland heißt: Adios Argentia!!! (Fotomontage: ks)